Dokumentation am Freitag auf der Leinwand

In der Stadt wächst ein Garten: Film zeigt den Huttenplatz

Gärtner vom Huttenplatz: Das Nachbarschaftsprojekt im Vorderer Westen ist jetzt im Film dokumentiert. Unser Archivbild von 2012 zeigt Simon (vorn), Christiane Lecke (von links), Agnes Bogon, Marika Rathfelder, Fjodor Wysotzki, Regula Richert und Jens Schmücker. Archivfoto:  Dilling

Kassel. Am Anfang war eine kahle Rasenfläche zwischen zwei Häuserzeilen. Im Rahmen einer von Fachstudenten begleiteten documenta-Kunstaktion war vor zwei Jahren das Gartenprojekt Huttenplatz entstanden. Heute blühen und gedeihen auf 1200 Quadratmetern unterhalb der Stadthalle Sonnenblumen und Kürbisse.

Ein lebendiges Gemeinschaftsgartenprojekt ist entstanden, denn die Anwohner hatten nach der d 13 beschlossen, das Projekt über die Ausstellung hinaus fortzusetzen.

Die bewegte und bewegende Entstehungsgeschichte des Huttenplatzgartens hat die aus Hamburg stammende Filmemacherin Ines Reinisch in ihrem 80 Minuten langen Dokumentarfilm festgehalten. „Wenn ein Garten wächst“ ist am Freitag ab 14.30 Uhr im Rahmen des 31. Kasseler Dokumentarfilmfestivals im Gloria-Kino zu sehen.

Ines Reinisch (36), Kommunikationsdesignerin und Dokumentarfilmregisseurin und -produzentin, arbeitete in der Werbebranche und war als Schnitt-Assistentin bei Fernsehproduktionen tätig. Dann beschloss sie für sich: „Ich will mehr vom realen Leben spüren.“ Und begann ein Studium der ökologischen Landwirtschaft in Witzenhausen. Dort lebt sie heute mit ihrem Freund und ist „erstaunt“, wie sich alle ihre Interessen und Qualifikationen miteinander verbinden, dass „alles so gut zusammen funktioniert“.

200 Stunden Filmmaterial

Ines Reinisch Foto: Hein

Wieviel Mühe und Aufmerksamkeit Reinisch für das Huttenplatz-Projekt aufgebracht hat, zeigt die Tatsache, dass sie 200 Stunden Rohmaterial aufgenommen hat. An 71 Drehtagen war sie vor Ort und ist inzwischen selber ein Teil des Projekts geworden. Die objektive Distanz ist ihr dabei abhanden gekommen: Reinisch ist unverhohlen Fan des Stadtgartens. Sie sagt: „Was für ein Glück, dass ich die Entwicklung begleiten durfte.“

Am Anfang, das zeigt der Film beispielsweise in Aufnahmen aus Ortsbeiratssitzungen, mussten Skeptiker überzeugt und behördliche Hindernisse überwunden werden. Reinisch bleibt an der Seite der Gärtner. Die haben Vertrauen, akzeptieren ihre Nähe und lassen sich am Ende des Films mit einfühlsamer Musik von Thomas Höhl lachend, erntend, essend, tanzend vom Objektiv ihrer Spiegelreflexkamera aufnehmen. „Wir wollen, dass du weitermachst und deinen Film fertig drehst“, hatten ihr die Anlieger vom Huttenplatz nach hundert documenta-Tagen gesagt. „Ich zeige das Abenteuer, auf das sie sich eingelassen haben, sagt Ines Reinisch. Sie möchte allen anderen Stadtgärtnern Mut machen: „Es geht.“

 Premiere des Dokumentarfilms „Wenn ein Garten wächst“, am Freitag, 14. November, 14.30 Uhr, Gloria-Kino, Eintritt: 6,50 Euro.

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