Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel

Chefärztin mit 35 Jahren: Dr. Mehrnoosh Akhavanpoor leitet Plastische Chirurgie am Diako

Dr. Mehrnoosh Akhavanpoor und Cenk Cetegen
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Eingespieltes Team: Dr. Mehrnoosh Akhavanpoor und Cenk Cetegen arbeiten seit zehn Jahren zusammen.

Dass es einmal so schnell gehen würde, hätte Dr. Mehrnoosh Akhavanpoor nicht gedacht. Seit wenigen Wochen ist sie Chefärztin der Plastischen Chirurgie an den Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel.

Kassel – Mit gerade einmal 35 Jahren leitet sie die Abteilung – und ist damit eine der jüngsten Chefärzte in ganz Hessen. „Chefärztin zu werden, war immer mein Ziel“, sagt Akhavanpoor. Allerdings habe sie immer gedacht, sie beerbe einmal ihren Ziehvater Dr. Magnus Noah, wenn dieser in ein paar Jahren aufhören würde. Als dann aber das Angebot der Diakonie Kliniken kam, habe sie keine Sekunde gezögert. „Ich habe nicht mal kurz gedacht, dass ich dem nicht gewachsen sein könnte. Es ist eine tolle Herausforderung“, sagt die Kasselerin, die am Goethegymnasium Abitur gemacht hat, selbstbewusst.

Das Angebot der Plastischen Chirurgie ist neu aufgebaut worden in dem Krankenhaus an der Herkulesstraße. Gemeinsam mit Cenk Cetegen, der als Leitender Oberarzt der Abteilung arbeitet, ist Akhavanpoor von den DRK-Kliniken zum Diako gewechselt. Beide kennen sich gut, arbeiten seit zehn Jahren zusammen.

Akhavanpoor ist wichtig, das gesamte Gebiet der Plastischen Chirurgie abdecken zu können. Dazu zählt die rekonstruktive Chirurgie ebenso wie die Handchirurgie, die Verbrennungschirurgie und die ästhetische Chirurgie. „Wenn man von Plastischer Chirurgie spricht, denken viele immer zuerst an Schönheits-OPs“, sagt Akhavanpoor. Dabei gehöre viel mehr zu dem Fachgebiet. Etwa, offene Stellen oder Lipödeme zu behandeln und der Brustaufbau bei Krebspatientinnen. Und auch im Bereich Ästethik gehe es oft um mehr als ums Aussehen – beispielsweise wenn nach einer enormen Gewichtsabnahme Hautlappen entfernt würden. „Weil es darunter nässt.“

Dass es Patienten nach der Behandlung deutlich besser geht, macht für die Plastische Chirurgin den Beruf aus. Helfen sei ihr wichtig, sagt sie. „Der medizinische Aspekt steht bei uns im Vordergrund.“

Zu Helfen ist der 35-Jährigen in die Wiege gelegt worden. Mit neun Jahren kam sie mit ihrer Familie als Flüchtling aus dem Iran. „Meine Brüder und ich sind unbeschwert aufgewachsen, aber mein Vater hat uns trotzdem immer gezeigt, dass man auch etwas zurückgeben muss“, sagt sie. Noch im Iran hätten sie jeden Freitag Kinder aus einem nahen Waisenhaus eingeladen und sich um sie gekümmert. Heute hat Akhavanpoor zwei Patenkinder in Afrika und engagiert sich für die Versorgung von Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten, die zur Behandlung nach Deutschland gebracht werden. „Das haben wir in den DRK-Kliniken gemacht und das will ich unbedingt fortsetzen.“

Die Mutter eines Sohnes sprüht geradezu vor Energie, kommt mit ihrer sympathischen und offenen Art an – und freut sich über solche Komplimente. Mit ihrer beruflichen Laufbahn will sie anderen Frauen Mut machen. „Ich will zeigen, dass man auch als Frau Oberärztin oder Chefärztin werden kann. Jeder sollte seine Träumen leben dürfen – und sich nicht von anderen entmutigen lassen.“ (Marie Klement)

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