Kanalisation wird umgeleitet

Röhren-Konstrukt auf der Kasseler Druseltalstraße: Wie eine riesige Kugelbahn

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Hoch hinaus: Die Umleitung für den Kanal an der Druseltalstraße ist eine ungewöhnliche Konstruktion. Bauleiter Bernd Schäfer kontrolliert, ob die Verbindungen dicht sind. 

Kassel. Ab dem Wochenende wird die Kanalisation für weite Teile von Bad Wilhelmshöhe umgeleitet. Dafür gibt es eine riesige Röhrenkonstruktion an der Druseltalstraße.

Es ist eine der größten Baustellen in Kassel und sie hat eine Besonderheit: An der Druseltalstraße sieht man auf einer Strecke von 300 Metern große Rohre, die aussehen wie eine riesige Kugelbahn auf Stelzen. Was es damit auf sich hat, haben wir mit einem Fachmann besprochen. Die gute Nachricht: Es gibt Hoffnung, dass der Verkehr an der Baustelle demnächst etwas schneller vorankommt.

Kanal aus dem Jahr 1936

An der Kreuzung Eugen-Richter-Straße/Druseltalstraße kommen die gesammelten Abwässer aus Richtung Flüsseviertel, Marbachshöhe, Hasselweg und Backmeisterweg zusammen. „Der Kanal stammt aus dem Jahr 1936 und ist dringend sanierungsbedürftig“, sagt Kai Himmereich von Kasselwasser. Er ist für die Planung und Koordination der Arbeiten verantwortlich. Unter der Erde kann ab dieser Woche gearbeitet werden. Seit dem Wochenende ist die Umleitung über das oberirdische Rohrsystem in Betrieb.

Pumpen laufen ständig

Vor den Zufahrten zu Burger King und der Cantus-Werkstatt machen die Rohre einen großen Bogen, damit man hier durchfahren kann. Damit das Abwasser den nötigen Druck hat, sind mehrere Pumpen rund um die Uhr in Betrieb. Bis zu 1800 Litern in der Sekunde können sie bewegen, das entspricht dem Inhalt von zehn Badewannen. Einen starken Regen kann die Kanalumleitung verkraften. Sollte es ein Unwetter geben, wird auch der alte Kanal noch mal genutzt. „Dann müssten wir die Arbeiten unterbrechen“, sagt Kai Himmelreich.

Hier setzen die Pumpen an: Das Abwasser wird aus dem sanierungsbedürftigen Kanal in die Rohre gepumpt.

Sanierung mit Schlauch

Für die Sanierung der gut 80 Jahre alten Kanals muss nicht gebaggert werden. Schäden im Beton werden in dem 1,20 Meter hohen Rohr per Hand ausgebessert. Danach wird eine Art Schlauch eingeführt, mit Druckluft aufgepumpt und mit einem Spezialharz verklebt. Danach sollte der Kanal für die nächsten Jahrzehnte wieder dicht sein. Oberhalb und unterhalb der Baustelle ist die Kanalisation bereits früher erneuert worden.

Der Zeitplan

Bis Mitte Juli soll die Kanalsanierung abgeschlossen sein. Dann verschwinden auch die oberirdischen Rohre wieder. Die Baustelle ist dann zwar noch längst nicht abgeschlossen. Die Städtischen Werke erneuern noch die Versorgungsleitungen, bis zum Herbst 2019 wird es an der Druseltalstraße noch Behinderungen geben.

Die Großbaustelle macht daher auch vielen Firmen zu schaffen. Nicht nur Pflegedienste, Taxifahrer und Handwerksbetriebe gerade wegen der Staus oft in Zeitnot.

Mehr Platz an Kreuzung

Allerdings wird die Baustelle ab Mitte Juli etwas kleiner. Dann gibt es mehr Platz für den Rechtsabbieger von der Eugen-Richter-Straße in die Druseltalstraße. Hier stockt es derzeit insbesondere im Berufsverkehr. Wenn die oberirdischen Rohre und die Pumpen nicht mehr gebraucht werden, sollte das spürbar besser werden.

Video: Großbaustelle Kassel

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