Sanierung kostet 14 Millionen Euro

Aus Finanzamt Goethestraße wird ein weiteres Justizzentrum

Der Eingang: 2017 soll das neue Justizzentrum fertig sein.

Kassel. „Steuereinnahmen sind in einem Staat schon immer mit die wichtigsten Bereiche gewesen. Das sieht man an diesen prächtigen Räumen“, sagte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Freitagvormittag bei einem Ortstermin im ehemaligen Finanzamt an der Goethestraße.

Hier soll ein weiteres Justizzentrum für Kassel entstehen: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH), das Verwaltungsgericht und das Sozialgericht sollen in dem wilhelminischen Bau aus dem Jahr 1911 untergebracht werden. In dem Prachtsaal im ersten Obergeschoss, in dem einst der Oberzollpräsident seine Gäste empfing, sollen künftig Besprechungen und Veranstaltungen stattfinden.

Nach jahrelangen Diskussionen mit den betroffenen Gerichten und Planungen sind nun Nägel mit Köpfen gemacht worden. Kurz vor Weihnachten sei die ES Bau (Entscheidungslage Bau) von allen Beteiligten unterzeichnet worden, sagt Kühne-Hörmann. Das sei die Voraussetzung dafür, dass endlich ein Zeitplan erstellt werden könne. Im August soll die EU-weite Ausschreibung der Aufträge beginnen, Ende Januar 2016 soll mit der Sanierung des Gebäudes, das eine Fläche von 4500 Quadratmetern umfasst, begonnen werden. Ziel sei, dass die 162 Mitarbeiter der drei Gerichte im Jahr 2017 ihre Arbeit an dem Standort im Vorderen Westen aufnehmen können, sagt die Ministerin. 14 Millionen Euro habe das Finanzministerium für die Sanierung veranschlagt.

Soll künftig unter anderem für Besprechungen genutzt werden: Den Prachtsaal schauten sich gestern bei einem Rundgang (von links) Gisbert Rieckmann (Hessisches Baumanagement), Vasco Knickrehm (Direktor des Sozialgerichts), Ministerin Eva Kühne-Hörmann, VGH-Präsident Karl-Heinz Rothaug und sein Stellvertreter Lutz Schröder an. Fotos:  Koch

Im Frühjahr werde es zunächst einen Termin mit dem Denkmalschutz geben, um festzustellen, welche Farbe das Gebäude ursprünglich hatte, sagt Gisbert Rieckmann, Projektmanager beim Hessischen Baumanagement. Das neue Finanzzentrum soll nämlich einen Anstrich in der Originalfarbe bekommen. Zudem sei geplant, das Dach neu zu decken, eine neue Heizung und neue Fenster einzubauen, damit energetische Standards erfüllt werden. Allerdings habe man sich mit dem Denkmalschutz darauf verständigt, dass die alten großen Fenster im Mittelteil des Gebäudes erhalten bleiben - sie werden saniert. Die Pläne des Finanzministeriums, aus dem Prachtsaal im ersten Stock mehrere Büroeinheiten zu machen, habe man verhindern können, sagt die Ministerin. Die Großzügigkeit des ehemaligen Finanzamts bleibt auch im neuen Justizzentrum erhalten.

Die Sitzungssäle sollen allesamt im Erdgeschoss untergebracht werden. In einem Anbau aus den 50er-Jahren, wo früher die Kassenhalle untergebracht war, sollen drei große Säle entstehen. Diese würden so konzipiert, dass sie für publikumsstarke Verhandlungen, wie zum Beispiel um Flughäfen, geöffnet werden könnten.

Dr. Karl-Heinz Rothaug, Präsident des VGH, und Vasco Knickrehm, Direktor des Sozialgerichts, zeigten sich beim Rundgang beeindruckt. Rothaug hat allerdings Zweifel, ob die 75 Parkplätze, die auf der Freifläche neben dem Gericht an der Ecke Germaniastraße angelegt werden, ausreichend sind.

Altes Finanzamt wird neues Justizzentrum

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