Tannenwäldchen: Bissiger Hund sorgt für Angst

Kassel. Ein frei laufender Hund versetzt Hundehalter am Tannenwäldchen im Vorderen Westen in Angst und Schrecken. Der ausgewachsene Husky soll mehrmals Hunde angegriffen und verletzt haben. Auch Menschen seien vor ihm nicht sicher, sagt Stefanie Olmes, die selbst Hundebesitzerin ist.

Vor drei Jahren habe der Schlittenhund ihren Vater, der im Rollstuhl sitzt, ins Knie gebissen. Er habe den Vorfall damals telefonisch dem Ordnungsamt gemeldet, doch geschehen sei nichts. Die 30-Jährige, die auch einen ausgebildeten Rettungshund hält, berichtet von mehreren Vorfällen. Petra Gundlach hat ebenfalls Bekanntschaft mit dem Husky gemacht. 2006 war ihr Hund Falk von ihm blutig gebissen worden. Seitdem hat sie weitere brenzlige Situationen erlebt und deshalb Angst.

Wegen der Vorfälle hat es nach Angaben von Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph nun einen Ortstermin im Tannenwäldchen gegeben. Dabei wurde festgestellt, dass am Nordhang noch alte Schilder an der einstigen Hundeauslauffläche standen. Als die Hundeverordnung vor drei Jahren geändert wurde, habe man vergessen, die Schilder abzubauen. Die Anwohner seien deshalb davon ausgegangen, dass die Hunde dort frei laufen könnten. „Es hat auch nie Probleme damit gegeben“, sagt Rudolph. Der Ortsbeirat sei deshalb nicht abgeneigt, die Auslauffläche am Nordhang wieder als solche auszuweisen. Die Entscheidung werde in der nächsten Sitzung fallen.

Die Schilder wurden inzwischen abgebaut. Im gesamten Tannenwäldchen herrscht Leinenzwang. „Aber sie hält sich nicht daran“, sagt Olmes über die Besitzerin des Huskies. Zuletzt habe der Hund vor zwei Wochen zähnefletschend vor ihr gestanden. Erst im letzten Moment sei seine Halterin mit ihrem Rad den Berg hochgekommen und habe das Tier angeleint. Olmes hat Anzeige bei der Polizei erstattet, wie Pressesprecherin Sabine Knöll bestätigt. Die Hundehalterin war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ein Bericht ist auch ans Ordnungsamt gegangen. Weitere Vorfälle seien dort nicht bekannt, sagt Mitarbeiterin Bärbel Schröder. Auf telefonische Beschwerden zu reagieren, die es laut Olmes und Gundlach auch in jüngster Zeit gegeben hat, sei für das Ordnungsamt schwierig. Wenn die Vorfälle schriftlich eingereicht würden, gehe man ihnen nach. Dann könne auch ein Wesenstest für den Hund angeordnet werden. „Wir haben keine Nachweise“, sagt Schröder. „Ohne Anzeige können wir nicht tätig werden.“ Klar sei aber, dass für das Tannenwäldchen Anleinpflicht gelte. Dass anderslautende Schilder dort standen, habe man nicht gewusst. Dafür sei das Umwelt- und Gartenamt zuständig. „Wir werden kontrollieren, ob die Besitzerin den Hund an die Leine nimmt.“

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