Baumhaus sollte Symbol für Proteste gegen A49 sein

Fridays for Future: Stadt Kassel kriminalisiert uns - Streit um Baumhaus

Protest gegen Autobahnbau: Fridays-for-Future-Demonstranten am Baumhaus im Tannenwäldchen in Kassel.
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Protest gegen Autobahnbau: Fridays-for-Future-Demonstranten am Baumhaus im Tannenwäldchen.

Vorige Woche räumte die Stadt Kassel ein Baumhaus von Fridays for Future im Tannenwäldchen. Nun werfen die Umweltschützer einem grünen Dezernenten vor, ihren Protest zu kriminalisieren.

Kassel – Die Initiative Fridays for Future hat mit heftiger Kritik auf den Abbau ihres Baumhauses im Tannenwäldchen durch die Stadt Kassel reagiert. „Die Kriminalisierung unseres Protestes durch die Stadt, die Drohgebärden sowie die Tatsache, dass wir trotz Anmeldung nicht als Versammlung anerkannt wurden, empört uns“, schreiben die Umweltschützer in einer Pressemitteilung.

Aus Solidarität mit den Besetzern des Dannenröder Forsts, die den Weiterbau der A 49 verhindern wollen, hatte die Gruppe in der Nacht auf den 14. November ein Baumhaus im Tannenwäldchen errichtet. Die Stadt hatte es am Donnerstagmorgen voriger Woche abgebaut, weil das Baumhaus „illegal errichtet“ worden sei und die „Aktivisten nicht dazu bewegt werden konnten, das Baumhaus zurückzubauen“.

Dem widersprechen Fridays for Future. Sie hätten bereits am Sonntag, 15. November, eine Dauerkundgebung angemeldet – bei der Polizei, weil das Ordnungsamt am Wochenende geschlossen hat. Die Beamten informierten daraufhin die Stadt, wie ein Polizeisprecher erklärt.

Später, so versichern die Umweltschützer, hätten sie der Rathausverwaltung mitgeteilt, dass sie das Baumhaus abbauen wollten. Es habe noch bis zum Ende der Public Climate School bleiben sollen, die die Students for Future bis Freitag organisierten. Wie den Dannenröder Forst halten sie das Baumhaus für „ein Symbol für das Scheitern der Verkehrspolitik“.

Ähnlich sieht das Violetta Bock. Für die Linken-Stadtverordnete wurde „ein Zeichen der Solidarität von einem grünen Dezernenten abgebaut“. Der grüne Stadtbaurat Christof Nolda versichert indes, dass „es zu keinem Zeitpunkt eine Drohung oder Kriminalisierung seitens der Stadt gab“. Laut einem Stadtsprecher hätten Fridays for Future zwar mehrfach die Bereitschaft angekündigt, das Haus abzubauen, „ein Handeln sei aber nicht erkennbar gewesen“. Beim Ordnungsamt sei keine Versammlung angemeldet gewesen. Zudem sei die Sicherheit von Passanten und Aktivisten gefährdet gewesen.

Die Umweltschützer sehen das anders und ziehen trotz allem ein positives Fazit ihrer Aktion. Sie hätten mit dem Baumhaus viele Menschen für den Protest gegen die A 49 sensibilisieren können. Einigen hätten sie sogar das Klettern beigebracht. (Matthias Lohr)

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