Friedenskirche wird saniert

Friedenskirche: Kletterer demontierten Ziffernblätter und Zeiger

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Arbeiten in schwindelerregender Höhe: Ein Kletterer demontiert Ziffernblätter und Zeiger am Uhrtürmchen der Friedenskirche im Vorderen Westen.

Kassel. Derzeit sind Mitarbeiter der Firma Seilkonzept wieder mit der Sanierung der Friedenskirche im Vorderen Westen beschäftigt. Die Kletterer entfernen auch alle Uhren, die durch neue ersetzt werden sollen.

In luftiger Höhe hängen die Mitarbeiter der Kasseler Firma Seilkonzept am Uhrtürmchen der Friedenskirche im Vorderen Westen. Nur zwei Seile sichern die Kletterer vor einem Sturz in rund 20 Metern Tiefe. Derzeit sind sie mit der Sanierung der Fassade vor dem Karl-Marx-Platz beschäftigt. Dabei sollen auch alle drei Uhren entfernt und durch neue ersetzt werden.

„Weil die Kletterer für die Sanierung der Ostfassade ohnehin da sind, lassen wir auch von ihnen die Uhren abnehmen“, sagt der geschäftsführende Pfarrer Carsten Köstner-Norbisrath.

Die 1,50 Meter breiten und 60 Kilogramm schweren Ziffernblätter sind durch die Witterung in Mitleidenschaft gezogen worden. Die letzte Überarbeitung liegt fast 50 Jahre zurück. Vor allem das Ziffernblatt an der Südseite des Turms, also in Richtung Friedrich-Ebert-Straße, ist stark beschädigt. Die Ziffern 12 und 1 sind gar nicht mehr zu sehen.

„Erst hatten wir vor, die Ziffernblätter restaurieren zu lassen“, erklärt Köstner-Norbisrath. Doch dann habe man sich für komplett neue aus Edelstahl entschieden. „Dann sind die Uhren absolut wetterfest.“

Identische Exemplare

Die Turmuhren- und Läutemaschinenfabrik Hörz aus Bayern werde identische Exemplare anfertigen. „Was mit den alten Uhren passiert, verrate ich noch nicht. Es gibt aber Ideen“, sagt Köstner-Norbisrath.

Die Kosten für neue Uhren schätzt die Firma Hörz auf bis zu 8000 Euro. Finanziert werden sie aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde. Bislang konnte sie dafür rund 5000 Euro durch Spenden aufbringen. Köstner-Norbisrath hofft, dass sich noch Paten für Ziffern und Zeiger (siehe Hintergrund) und Einzelspender finden. Die Fassadensanierung finanzieren der Stadtkirchenkreis und die Landeskirche.

Seit Sommer vergangenen Jahres laufen die Arbeiten, bis Dezember sollten sie eigentlich abgeschlossen sein. Doch es kam zu Verzögerungen. „Grund waren allein die Kosten“, erklärt Köstner-Norbisrath.

Höhere Kosten als erwartet

Weil die Schäden an den Sandsteinplatten größer als erwartet waren, musste die Gemeinde mit 300 000 Euro rechnen, statt der ursprünglich veranschlagten 150 000 Euro. „Das Geld reichte nicht. Für die Nachfinanzierung mussten wir die Sanierung neu ausschreiben. Und mit Seilkonzept mussten wir einen neuen Termin finden. Das brauchte seine Zeit.“

Trotzdem konnte man auch Geld sparen: So fand der Bodenbelag der Martinskirche, der bei der dortigen Renovierung ausgemustert wurden, eine zweite Verwendung an der Friedenskirche.

Am Uhrtürmchen werden in den nächsten sechs Wochen noch Fugen gefüllt und Putz erneuert, damit kein Wasser mehr in den Sandstein eindringt, beziehungsweise nicht tiefer eindringt. Anschließen wird die Fassade gestrichen.

Anfang September soll die Sanierung der Friedenskirche abgeschlossen sein. „Dann kommen auch noch einmal die Mitarbeiter von Seilkonzept und bringen die neuen Uhren an den Turm an.“

Patenschaft für Zeiger und Ziffern

Da die Kirchengemeinde auf weitere Spenden für die Sanierung angewiesen ist, wurde die Aktion „Meine Ziffer“ ins Leben gerufen: Für Zeiger und Ziffer aller drei Uhren können Patenschaften abgeschlossen werden. „Durch diese Aktion wurden bisher rund 3000 Euro sammeln“, sagt Carsten Köstner-Norbisrath. Die Kosten der Sanierung für die Ziffernblätter belaufen sich auf zwischen 7000 und 8000 Euro. Patenschaften sind derzeit noch für zwei Zeiger für je 200 Euro und elf Ziffern zu je 100 Euro möglich. Weitere Infos und Formulare für Paten gibt es auf www.friedenskirche-ks.de/uhr.

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