Polizei ermittelt wegen Körperverletzung

Nach Zoff um Hundekot: Mann greift Rentner mit Reizgas an

Kassel. Ein Streit um die Beseitigung von Hundekot hat am Samstag zu einer tätlichen Auseinandersetzung im Vorderen Westen geführt.

Ein 67-jähriger Mann wurde von einem Pärchen, das mit einem mittelgroßen Hund unterwegs war, mit Reizgas angegriffen und verletzt. Die Kasseler Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner ereignete sich der Vorfall gegen 14.40 Uhr auf der Diakonissenstraße zwischen Goethestraße und Friedrich-Ebert-Straße. Der 67-jährige Rentner sei mit dem Hundeführer in Streit geraten, da dieser den Hundekot in einer Anwohnermülltonne entsorgte. Der Anwohner habe dem Mann gesagt, er solle den Kot in einer öffentlichen Mülltonne und nicht in seiner privaten entsorgen.

Aktualisiert um 15.45 Uhr

Der Streit habe sich derart hoch geschaukelt, dass der etwa knapp über 20-jährige Hundehalter ein Spray aus der Tasche holte und den Inhalt dem Rentner ins Gesicht sprühte. Der 67-Jährige sei daraufhin nicht mehr handlungsfähig gewesen, das junge Pärchen habe sich derweil mit seinem Hund in unbekannte Richtung entfernt.

Nach Angaben von Volker Gundlach, stellvertretender Betriebsleiter der Kasseler Stadtreiniger, sind laut städtischer Abfallsatzung die Besitzverhältnisse von Mülltonnen klar geregelt. Nach der Satzung dürfen nur diejenigen die privaten Tonnen nutzen, die für die Entsorgung auch zahlen. Andere seien nicht dazu befugt. Im Prinzip dürfe man nicht mal ein Tempo in eine private Tonne werfen, sagt Gundlach.

Allerdings appelliert er in diesem Zusammenhang auch an den gesunden Menschenverstand. Auch wenn Hundehalter eigentlich verpflichtet seien, die Haufen ihrer Vierbeiner in einem der 1700 öffentlichen Mülleimer oder in der eigenen Tonne zu Hause zu entsorgen, so Gundlach, sei es doch nicht so schlimm, wenn sie solch einen kleinen Beutel mal in eine fremde Mülltonne werfen würden. Allerdings würden sich immer mehr Kunden gegen fremde Müllentsorger rüsten. Täglich gebe es Anfrage bei den Stadtreinigern wegen Schwerkraftschlösser für die Tonnen, sagt Gundlach. Mit den Schössern sollen die Tonnen nicht nur vor Waschbären und anderen Tieren, sondern auch vor illegalen Mülltonnen-Mitnutzern schützen. Mittlerweile seien in Kassel rund 10.000 private Mülltonnen mit soloch einem Schloss ausgestattet.

Beschreibung des Pärchens: Beide sollen etwa Anfang 20 Jahre alt, schlank und dunkelhaarig gewesen sein. Der Mann sei etwa 1,75 Meter groß gewesen und habe kurze Haare gehabt, die Frau war etwa 1,65 Meter groß und hatte lange Haare. Den Hund beschrieb das Opfer als mittelgroßen Mischling, der schlank und gefleckt war.

Hinweise an die Polizei unter Tel. 0561/9100.

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.