Künstler gestaltet Unterwerk

Zweckbau aus Beton: Gebäude auf Bebelplatz wird bemalt

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Bei der Arbeit: Maya und Friedel Deventer vor einem Motiv, das Alt-Wehlheiden zeigt. In anderthalb Wochen soll die Gestaltung des Betongebäudes auf dem Bebelplatz abgeschlossen sein.

Kassel. Grau und klotzig: Es war wie ein unerwünschtes Weihnachtsgeschenk, das die KVG den Anwohnern des Bebelplatzes in Kassel im Dezember 2014 machte.

Plötzlich stand auf dem wohl schönsten Kasseler Platz ein Zweckbau aus Beton.

Das sogenannte Unterwerk war nötig geworden, um die Stromversorgung der moderner werdenden Straßenbahnen weiter zu gewährleisten. Nach jahrelanger Debatte wird dieser Betonklotz nun vom Kasseler Künstler Friedel Deventer bemalt.

Deventer hatte bereits vor Jahren die benachbarte Trafo-Station der Städtischen Werke optisch in ein exotisches Gewächshaus verwandelt. Durch den unmittelbar angrenzenden Bau der KVG wurde dieses Kunstwerk im Jahr 2014 zu großen Teilen verdeckt, was den Künstler ärgerte.

Nachdem sich abzeichnete, dass kein neuer Standort für den Zweckbau der KVG gefunden werden kann, machte sich der Ortsbeirat des Vorderen Westens daran, nach Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen. In Arbeitsgruppen wurden unterschiedlichste Vorschläge überlegt: Von einem begehbaren Dach bis hin zu Stelen, die vor dem Betonklotz aufgebaut werden sollten, reichten die Visionen.

Zwei Kunstwerke für den Bebelplatz: Deventer hatte auch die benachbarte Trafo-Station (links) vor Jahren bemalt.

Für diese Pläne sei aber schlicht kein Geld vorhanden, sagt Ortsvorsteher Steffen Müller (Grüne). Er halte die Gestaltung durch den Maler Deventer auch für völlig ausreichend. „Ich bin zufrieden damit, wie es nun geworden ist“, sagt Müller. Es sei auch eine Art Wiedergutmachung für den Künstler, dessen benachbartes Kunstwerk durch den Bau des Unterwerks zerstört worden sei.

Für die Neugestaltung des Betonbaus wurden historische und exotische Motive kombiniert. So zieren auf der einen Seite ein Pandabär und ein Gecko das Gebäude. Für die Blickachse des Kirchwegs wurden historische Bilder ausgewählt. Sie zeigen einen romantischen Blick auf Alt-Wehlheiden und Alt-Kirchditmold. Deventer spielt auch bei seinem zweiten Kunstwerk auf dem Bebelplatz mit der Illusion. Den Aufbau von Stelen lehne er ab – sie verdeckten nur den Blick auf seine Bilder.

In anderthalb Wochen will Deventer fertig sein. Aber nicht er allein schwingt den Pinsel. Unterstützt wird er von seiner Frau Maya Deventer und drei Jugendlichen aus seinen Malkursen.

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