44-Jährige: Weniger als die Hälfte des vereinbarten Lohns erhalten

Gehaltsstreit: Ex-Mitarbeiterin klagt gegen Kasseler Starclub

Im Fokus: Eine ehemalige Mitarbeiterin hat den Starclub-Chef auf Zahlung angeblich ausstehender Gehälter verklagt. Foto: Ludwig

Kassel. Der Kasseler Starclub muss sich vor Gericht verantworten. Wegen angeblich nicht gezahlter Gehälter zog am Freitag eine ehemalige Mitarbeiterin des Kasseler Varieté-Theaters vor das Arbeitsgericht.

Die 44-jährige Tanja Nordmann war von August 2014 bis Ende Januar 2015 für die Künstlerbetreuung des Theaters an der Goethestraße zuständig. Von dem mit Starclub-Chef Götz Ohlendorf vereinbarten Gehalt von neun Euro netto pro Stunde habe sie bis heute weniger als die Hälfte erhalten.

Nachdem Ohlendorf den ersten vereinbarten Gütetermin vor Gericht verschieben ließ, schickte er beim zweiten Termin seinen Anwalt Edgar Donath. Dieser räumte in der Verhandlung ein, dass die Ansprüche der früheren Mitarbeiterin „wahrscheinlich“ berechtigt sind. Da er erst am Vortag der Verhandlung von seinem Mandanten beauftragt worden sei, habe er keine Zeit gehabt, sich intensiver mit dem Fall zu beschäftigen.

Konkret geht es um einen mündlich vereinbarten Arbeitsvertrag. Dieser sah zunächst eine Beschäftigung auf 450 Euro-Basis vor. Tatsächlich arbeitete Nordmann aber 80 Stunden monatlich. Dafür sollte sie nach eigener Aussage neun Euro netto pro Stunde bekommen. Dies wurde auch von Anwalt Donath nicht bestritten.

Obwohl ihr also für die gesamte Zeit ihrer Beschäftigung über 4000 Euro zustanden, habe sie tatsächlich nur 1920 Euro erhalten – und das kleckerweise, so Nordmann. „Manchmal habe ich mir 50 Euro aus der Abendkasse auszahlen lassen“, sagt die 44-Jährige.

Donath sicherte Richterin Angela Merz-Gintschel und der Klägerin zu, dass er sich dafür einsetzen werde, dass Starclub-Chef Ohlendorf seinen Verpflichtungen nachkommt. „Ich werde ihm gut zureden. Der Starclub ist nicht reich. Ich denke aber, wir können uns außergerichtlich einigen. Wir müssen das nicht bis aufs i-Tüpfelchen bestreiten“, so Donath.

Tanja Nordmann und ihr Anwalt Norbert Georg Hofmann waren nach dem Gütetermin nicht besonders zufrieden. Ohlendorf halte sie ständig hin. Nun wurde ein neuer Gütetermin für Ende Juni vereinbart. „Das Problem sind nicht nur die nicht gezahlten Gehälter, meine Mandantin war auch nicht bei der Sozialversicherung angemeldet“, so Hofmann. Zumindest bis Oktober 2014 hätten keine Anmeldungen bei Knappschaft und Krankenversicherung vorgelegen. „Ich gehe nicht davon aus, dass dies später noch geschehen ist“, sagt Nordmann.

Die HNA erreichte Ohlendorf am Freitag telefonisch. Er wisse nicht, warum Nordmann ihr komplettes Gehalt nie erhalten habe. Die ausstehende Summe sei aber niedriger. Er wolle sich kümmern. Geldprobleme habe er nicht.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.