Billy Jeffrey

Interview mit Chippendale-Stripper: Oma legte immer Elvis auf

Kassel. Seit zwölf Jahren ist Billy Jeffrey (37) aus Lewiston (USA) bei den Chippendales. Am Dienstag tritt er mit seinen Kollegen in der Kasseler Stadthalle auf. Ein Interview.

Wieso sind Sie ein Chippendale geworden? 

Nackte Haut und Muskeln: Billy Jeffrey ist einer der 20 Chippendales aus den USA. Foto: nh

Jeffrey: Ich habe mich eigentlich gar nicht dafür entschieden. Sie riefen an und fragten, ob ich mich bei ihnen bewerben möchte. Zwei Mal habe ich abgelehnt. Ich verstand nicht, worum es bei den Chippendales geht, sondern hatte Vorurteile - wie sehr viele Personen. Als ich mir die Show angeschaut habe, war ich begeistert. Weltweit gibt es nur 20 Chippendales. Zehn gehen auf Tour, die anderen bleiben in Vegas und performen dort.

Was sind die Chippendales? 

Jeffrey: Die Leute denken, es wäre nur Striptease. Wir machen aber eine New-York- Broadway-Show. Natürlich gehört Striptease auch dazu, aber auch Singen und Tanzen. Tanzen mochte ich zum Glück schon immer. Meine Oma hat damals immer Elvis-Platten aufgelegt und ich war im Tanzkurs.

Haben Sie noch einen anderen Job? 

Jeffrey: Bevor ich ein Chippendale wurde, habe ich einen Gesundheitsladen eröffnet. Dort berate ich Kunden, wie man sich richtig ernährt und gut in Form kommt. Mittlerweile habe ich noch einen zweiten eröffnet. Wenn ich nicht auf Tour mit den Jungs bin, arbeite ich dort immer noch.

Was gefällt Ihnen am meisten daran, ein Chippendale zu sein? 

Jeffrey: Der Spaß mit meinen Freunden. Ob im Tourbus oder während der Shows. Reisen, auftreten und die Frauen begeistern mag ich auch.

Und was mögen Sie nicht? 

Jeffrey: Es ist immer schwierig für mich, drei oder vier Monate am Stück von meiner Familie getrennt zu sein. Man verpasst zum Beispiel Hochzeiten und Geburtstage.

Sind Sie in einer Beziehung?

Jeffrey: Momentan bin ich Single. Es ist wirklich schwierig, eine Frau zu finden, die Verständnis dafür hat, dass ich jeden Abend von Tausenden Frauen angehimmelt werde. Meine Freunde und Familie fanden es auch erst merkwürdig, haben wie ich die Show erst nicht verstanden. Als sie merkten, wie viel Spaß es mir macht und die Show sahen, begannen sie, mich zu unterstützen.

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Jeffrey: Nach dem Aufstehen so um acht Uhr gibt es Frühstück im Hotel. Danach fahren wir im Tourbus zur nächsten Stadt. Dort trainieren wir, ziehen uns um, geben Interviews. Wir machen aber auch „Meet and Greets“ mit unseren Fans. Dann geht die zweieinhalbstündige Show los. Auf der Bühne machen wir auch Fotos mit den Fans.

Also ein harter Job? 

Jeffrey: Es ist sehr anstrengend. Zehn Tage lang gibt es jeden Abend eine Show, dann einen Tag Pause. Danach wieder zehn Shows. Wenn ich zu Hause bin, trainiere ich fünf oder sechs Mal in der Woche für je zwei Stunden. Ich bin bereit für die Kasseler Show.

Von Johanna Daher

Zur Person: Billy Jeffrey

Billy Jeffrey, 37, ist ledig. Schulausbildung: High School. (etwa vergleichbar mit Gesamtschule). Mit zwölf Jahren Laien-Darsteller, Werbeauftritte für Coca-Cola. 1998 Eröffnung eines Gesundheitszentrums, danach vom Cosmopolitan-Magazin gekürt als „Sexiest Bachelor“ der USA. Diverse Auftritte im US-Fernsehen.

 

 

Am heutigen Dienstag treten die Chippendales um 20 Uhr in der Kasseler Stadthalle auf. Tickets gibt es noch an der Abendkasse und unter anderem bei der Tickethotline 01 80/504 03 00 (0,14 Euro/Min. - max. 0,42 € aus allen Mobilfunknetzen).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.