Denkmalgeschützte Mauer an Rosenkranzkirche für 290 000 Euro saniert

Mit 113 Jahren wieder wie neu

Alte Mauer in neuem Glanz: Die Sandsteinmauer um die Rosenkranzkirche am Bebelplatz wurde umfassend saniert. Pfarrer Paul Schupp (von links) freut sich mit Werner Kuras (Verwaltungsrat der Gemeinde St. Maria), Thilko Gerke (Firma Rennert), Architekt Hans-Georg Ohlmeier und Mario Jünemann (Metallbau Jünemann) über das gelungene Ergebnis. Foto: Koch

Vorderer Westen. Sie sieht wieder aus wie 1901 zur Einweihung der Rosenkranzkirche – und zugleich wie neu: Die denkmalgeschützte Mauer um das imposante Gotteshaus am Bebelplatz ist umfassend saniert worden. Die fast zwei Jahre währenden Arbeiten sind vor wenigen Tagen abgeschlossen worden.

„Nicht nur die Mauer, auch das gusseiserne Geländer wurde komplett originalgetreu wiederhergestellt“, freut sich Pfarrer Paul Schupp über das gelungene Ergebnis. Von außen sieht die Mauer zwar aus wie eh und je, das Innenleben aber ist ein anderes. Die äußeren Sandsteinplatten sind nur Verblendung, dahinter befand sich bisher ein Mauerwerk aus Bruchstein. Weil im Laufe der Jahrzehnte Wasser eingedrungen war, hatten die Steine begonnen, sich zu lockern und porös zu werden. „Die Standsicherheit war nicht mehr gewährleistet“, sagt Architekt Hans-Georg Ohlmeier. Erste Steinbrocken waren vor Beginn der Arbeiten auch bereits herausgebrochen.

Die Stützmauer wurde also komplett neu gebaut, diesmal aus Beton, und zur Erdseite abgedichtet, sodass künftig kein Wasser mehr eindringen kann. Dafür mussten die äußeren Fassadensteine abgenommen und dann neu vor die Mauer gesetzt werden.

Auch das Geländer sieht wieder aus wie anno dazumal. Im zum Kirchweg gelegenen Teil der Mauer war nach den Kriegszerstörungen ein Ersatz aus Stahlblech montiert worden, der seit Jahren vom Rost zerfressen war, berichtet Pfarrer Schupp. Nach dem Vorbild des Originals steht dort nun wieder ein gusseisernes Geländer auf der Mauerbrüstung.

290 000 Euro hat die Erneuerung der insgesamt 130 Meter langen Mauer samt Geländer gekostet. Den Löwenanteil der Kosten von über 165 000 Euro übernimmt das Bistum Fulda, 38 000 Euro schießt das Landesamt für Denkmalpflege zu, den Rest muss die Gemeinde aufbringen. „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen“, sagt Werner Kuras vom Verwaltungsrat der Gemeinde. Über

20 000 Euro fehlten noch.

Nicht aus Sicherheitsgründen sei das Geld für die Sanierung gut angelegt, sagt Pfarrer Schupp. „Die Mauer, an der Tag für Tag viele Menschen vorbeigehen, ist öffentlichkeitswirksam und gehört mit zum Ensemble der Kirche und des Bebelplatzes.“ Neben Gemeindemitgliedern hätten auch viele Passanten schon das schöne Ergebnis der Sanierung bewundert.

Wer spenden möchte kann sich an das Pfarramt von St. Maria wenden, Tel.: 0561-15013, www.st-maria-kassel.de

Von Katja Rudolph

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