Rund um Diakonissen-Klinik ist es eng

Kampf um Parkplätze: Vorderer Westen hat die höchste Autodichte

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Alles belegt: Auch Donnerstag mussten Autofahrer rund um das Diakonissen-Krankenhaus lange nach freien Parkplätzen suchen. Insbesondere die Goethestraße (im Bild) und die Herkulesstraße bieten kaum Parklücken.

Kassel. Die seit Jahren wachsende Parkplatznot im Vorderen Westen ist weiter in der Diskussion. In dem flächenmäßig eher kleinen Kasseler Stadtteil herrscht inzwischen die höchste Dichte an zugelassenen Fahrzeugen. Verschärft wird das Problem durch den wachsenden Zuzug.

Und auch der Bau weitere Wohnhäuser auf den verbliebenen Freiflächen in dem jetzt bevölkerungsstärksten Viertel verursacht Probleme.

Die Zahl der privaten Autos, die von Bewohnern des Stadtteils zugelassen wurden, liegt aktuell bei etwa 5300. Vor fünf Jahren waren es noch 4850. Noch mehr private Autos sind nur im Stadtteil Harleshausen (etwa 6500) zugelassen, der aber siebenmal so groß ist wie der Vordere Westen.

Die CDU- und FDP-Fraktion hatten zuletzt für die Goethestraße flexible Anwohnerparkplätze gefordert, die tagsüber – wenn viele Menschen an der Arbeit sind – auch für andere Autofahrer freigegeben werden. In dem Zusammenhang verwies der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Dominique Kalb, auf Parkprobleme rund um das Diakonissen-Krankenhaus, das in den vergangenen Jahren ausgebaut wurde. Die Parkgarage des Krankenhauses werde nur unzureichend genutzt, und stattdessen werde an den umliegenden Straßen (etwa Goethestraße/ Herkulesstraße) geparkt, wo dies kostenlos ist, teilte Kalb auf HNA-Nachfrage mit.

Die Agaplesion Diakonie Kliniken, Träger des Krankenhauses, weisen die Kritik zurück. Wer bereit sei, ein paar Schritte zu laufen, finde einen Parkplatz, sagte Pressesprecherin Kirsten Scheimann. Die Tiefgarage mit 106 Parkplätzen werde gut genutzt. Pro Tag würden durchschnittlich 65 Parktickets gelöst. 45 Parkkarten seien an Mitarbeiter vergeben, die aber keine festen Parkplätze hätten.

Insgesamt arbeiten im Diakonissen-Krankenhaus 570 Mitarbeiter. Das heißt, der Großteil muss auf die Parkplätze rund um das Krankenhaus ausweichen. Weil zahlreiche Mitarbeiter in Schichtdiensten arbeiteten, würden aber nie alle gleichzeitig Parkplätze benötigen, teilte Klinik-Sprecherin Scheimann mit.

Der Bau einer größeren Tiefgarage sei wegen des Baugrundes – in dem das ehemalige Bachbett der Drusel liegt – seinerzeit nicht möglich gewesen. Dennoch biete die Klinik mehr Parkplätze, als die Stadt fordere.

Anwohner ärgern sich: Masten mitten auf Parkplätze gesetzt

Angesichts der Parkplatznot im Vorderen Westen ärgert es manchen Anwohner an der Goethestraße, dass durch den Umbau im vergangenen Jahr etliche Stellflächen verloren gegangen sind. Im östlichen Abschnitt der Goethestraße, der an die Friedrich-Ebert-Straße anschließt, sind etliche Stellflächen durch die neuen Oberleitungsmasten der Straßenbahn weggefallen. Die neuen Masten stehen nicht etwa zwischen zwei Parkplätzen, sondern zum Teil mittendrauf, sodass die Fläche verloren geht. Zum Teil sind die Masten auch so ungünstig an den Parkstreifen platziert, dass dort nur noch ein statt wie bislang zwei Autos abgestellt werden können. Früher seien die Oberleitungen an den Häusern befestigt gewesen, ärgerte sich ein Anwohner im HNA-Gespräch. Zudem seien in dem Abschnitt der Goethestraße Parkplätze durch Papiermüllcontainer blockiert.

Von Bastian Ludwig

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