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Kassel: Umbau der Friedrich-Ebert-Straße geht weiter - Händler mit Kritik an der Stadt

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Von: Andreas Hermann

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Soll am 7. März beginnen: Der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Annastraße und Karl-Marx-Platz. Geplant sind unter anderem die Anlage von Radfahrstreifen und der Austausch von Straßenbahngleisen (Illustration).
Soll am 7. März beginnen: Der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Annastraße und Karl-Marx-Platz. Geplant sind unter anderem die Anlage von Radfahrstreifen und der Austausch von Straßenbahngleisen (Illustration). © Stadt Kassel

Anfang März soll der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel fortgesetzt werden. Geschäftsinhaber kritisieren die Informationspolitik der Stadt.

Kassel – In wenigen Wochen soll die Umgestaltung von Kassels Flaniermeile fortgesetzt werden. Der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße betrifft nun den Abschnitt von der Annastraße bis zum Karl-Marx-Platz. Baustart soll am 7. März sein.

Bis 17. Juni, einen Tag vor dem Beginn der documenta in Kassel, soll laut Stadt alles fertig sein. Vorgesehen sind unter anderem die Anlage von Radstreifen, die Erneuerung von Gleisen sowie der Umbau der Kreuzung Querallee. Im Vorfeld kritisieren Geschäftsinhaber, dass sie von der Stadt Kassel und Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) über die bald schon beginnenden Arbeiten und die damit verbundenen Einschränkungen nicht informiert wurden.

Umbau der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel - Die Pläne

Nach den Plänen der Stadt sollen die beim Umbau 2015 auf der Friedrich-Ebert-Straße angelegten Radfahrstreifen nun von der Annastraße bis zum Karl-Marx-Platz weitergeführt werden. Dadurch werden sich künftig die Straßenbahnen und Autos eine Fahrspur teilen müssen. Die Stadt nutzt den Gleisaustausch auch dazu, die Kreuzung Querallee umzugestalten.

Nach den Plänen der KVG sollen die heruntergefahrenen Gleisanlagen zwischen Annastraße und Gabelsbergerstraße ersetzt werden. Dafür ist eine grundhafte Erneuerung der Gleistrasse in einer Breite von 6,50 Meter nötig. Die Haltestelle an der Kreuzung Querallee wird zur Kaphaltestelle. Dadurch können die Fahrzeuge künftig dicht an den Bordstein heranfahren, um den Ein- und Ausstieg zu erleichtern. Zwischen Gabelsbergerstraße und Karl-Marx-Platz werden die Gleise nicht erneuert. Um Lärm zu verringern, soll dort Pflaster durch eine Asphaltdeckschicht ersetzt werden.

Umbau der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel - Die Kritik

Mitte Oktober hat die Stadt den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Annastraße und Karl-Marx-Platz angekündigt – „ab März 2022“. Bis heute habe man aber keine Informationen darüber, wann der Bau starten solle, wie lange die Arbeiten dauerten und mit welchen Einschränkungen zu rechnen sei, beklagt Goldschmied Eckard Hartung. Man könne doch von der Stadt erwarten, dass man im Vorfeld entsprechend informiert werde, um sich als Geschäftsinhaber darauf einstellen zu können, meint der Inhaber des Ladengeschäfts an der Friedrich-Ebert-Straße. Doch noch in der vergangenen Woche sei er bei einer Anfrage bei der Stadt damit „abgespeist“ worden, eine Information der Anlieger und das Ortsbeirates sei in Vorbereitung. Er solle sich also noch etwas gedulden, berichtet Hartung.

„Ich kann es überhaupt nicht fassen, dass die Stadt in diesen für die Geschäfte ohnehin schwierigen Corona-Zeiten die Einschränkungen durch die Baumaßnahme überhaupt nicht kommuniziert“, sagt Malte Knigge, Inhaber des Möbelhandels „viermalvier“. Auf Nachfrage hätten auch der Verein Kassel-West und der Ortsbeirat Vorderer Westen nichts sagen können. Knigge befürchtet, die Arbeiten würden für seinen Betrieb und andere Geschäfte einen monatelangen Lockdown zur Folge haben. Er bedauert, dass Anwohner und Gewerbetreibende dieses Abschnitts nicht genauso in die Umgestaltung einbezogen werden, wie dies 2015 beim Umbau der Ebert-Straße der Fall gewesen sei. Knigge: „Die Informationspolitik ist eine Katastrophe.“

Umbau der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel - Die Einschränkungen

Wie die Stadt am Montagnachmittag berichtete, geht der Umbau am 7. März los. Ab 8. und bis 22. Mai sind die Arbeiten im Knotenpunkt Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Querallee vorgesehen. Für die Umsetzung müsse die Friedrich-Ebert-Straße gesperrt werden. Begonnen werde am Karl-Marx-Platz bis zur Gabelsbergerstraße. Dort werde die Fahrbahn für den Individualverkehr gesperrt (Anlieger frei). Vom 26. März bis 8. Mai erfolgt die Vollsperrung des gesamten Baubereichs. Vom 9. bis 22. Mai könne dieser wieder für Trams freigegeben werden, für Autos erst später. Die Erreichbarkeit der Häuser über die Gehwege werde jederzeit sichergestellt, ebenso der Anlieferverkehr. Die Anlieger werden laut Stadt am Dienstag per Post informiert.

Die Kritik der Anlieger, man sei im Vorfeld nicht informiert worden, kann Steffen Müller, Ortsvorsteher im Vorderen Westen, nicht recht verstehen. „Eigentlich ist das ein alter Hut“, meint der Grüne. Über die Pläne für den Abschnitt zwischen Annastraße und Karl-Marx-Platz sei bereits vor Jahren bei der Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße gesprochen worden. Zudem sei der jetzt anstehende Abschnitt „keine gigantische Baumaßnahme“. Müller: „Wir freuen uns, wenn die Maßnahme jetzt kommt.“ Sie solle in der nächsten Ortsbeiratssitzung am 17. Februar Thema sein. (Andreas Hermann)

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