Kritik von Ortsbeiräten

Schilderwald: Tempolimits wechseln rasant rund um Knotenpunkt in Kirchditmold

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Kassel: Schilderwald rund um Knotenpunkt in Kirchditmold.

Schilderwald in Kassel: Rund um den Knotenpunkt in Kirchditmold hängen etwa zwei Dutzend Tempo-Schilder. Das sorgt für Unmut.

Kassel – Wer aus dem Vorderen Westen kommt und über die zentrale Kreuzung von Kirchditmold fährt, erlebt auf wenigen Hundert Metern einen mehrfachen und rasanten Wechsel von Geschwindigkeitsbegrenzungen. 

Die Kirchditmolder Ortsvorsteherin Elisabeth König und ihr Amtskollege Steffen Müller aus dem Vorderen Westen (beide Grüne) wünschen sich eine durchgehende Tempo-30-Regelung für den Bereich. Diese erhöhe die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Ihrer Erfahrung nach hielten sich viele Autofahrer an die kurzen Tempo-30-Intervalle nicht.

Kassel: Schilderwald rund um Knotenpunkt in Kirchditmold

„Punktuelle Tempo-30-Regelungen auf Hauptverkehrsstraßen sind ein Riesenproblem. Diese verringern die gesamte Wirksamkeit solcher Tempolimits“, sagt König. Sie könne nicht verstehen, warum beispielsweise auf der Gilsastraße zwischen Berliner Brücke und Breitscheidstraße auf etwa 200 Metern Tempo 50 gelte, wo doch davor und dahinter die Geschwindigkeit auf Tempo 30 begrenzt sei.

Ortsbeiräte wünschen sich eine durchgehende Tempo-30-Regelung.

Derartige Regelungen seien irritierend und führten dazu, dass Tempolimits übersehen oder ignoriert würden. König fordert für den gesamten Knotenpunkt eine durchgehende Begrenzung auf Tempo 30.

Kassel: Verwirrende Straßenschilder - „So schnell kann man gar nicht reagieren“

Steffen Müller sieht das genauso: „Wir haben im Stadtgebiet häufiger solche verwirrenden Beschilderungen. Einheitliche Regelungen wären sinnvoller und der Schilderwald würde sich lichten.“ 

Vergleichbare Situationen gebe es auf der Freiherr-vom-Stein-Straße und der Friedrich-Ebert-Straße. Zwischen Bebelplatz und Friedenskirche wechselten die Tempolimits gleich mehrfach. „So schnell kann man gar nicht reagieren“, sagt Müller.

Kassel: Tempo-30-Regelungen - Stadt äußert sich

Nach Auskunft der Stadt gibt es für die beiden Tempo-30-Regelungen auf der Berliner Brücke und im Kurvenbereich zwischen Gilsastraße und Breitscheidstraße unterschiedliche Gründe. „Eine Verlängerung solcher Beschränkungen über die jeweils begründete Örtlichkeit hinaus ist in der Regel nicht zulässig. Besondere Gründe zur Abweichung von dieser Regel wurden bei der Einrichtung nicht gesehen“, heißt es aus dem Straßenverkehrsamt.

Die Tempo-30-Beschränkung auf der Loßberg- und Heßbergstraße, die 2017 wegen der mangelhaften Griffigkeit der Fahrbahn eingerichtet wurde, soll im Frühjahr wieder aufgehoben werden. Die Straßenbaufirma, die 2013 die Straße saniert hatte, will in den nächsten Wochen den Mangel durch eine Bearbeitung der Fahrbahnoberfläche beheben. Anschließend soll sie den Anforderungen für Tempo 50 wieder genügen.

Kassel: Unstimmigkeiten über Tempo-30-Regelung

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hatte Druck bei der Stadt gemacht, auf der Loßbergstraße das Tempolimit alsbald wieder aufzuheben. „Wir fordern, dass dort Tempo 30 nur noch bei Nässe gilt“, sagt ein RP-Sprecher.

Die Kirchditmolder Ortsvorsteherin sowie Anwohner und Vertreter einer örtlichen Kita sind gegen die Aufhebung des Tempolimits. Der Lärmaktionsplan, der derzeit erarbeitet wird, liefere hoffentlich weitere Argumente für dieses Ziel, sagt König.

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