1. Startseite
  2. Kassel
  3. Vorderer Westen

Jetzt stehen die Regeln fest: So sollte man sich auf Kassels Feiermeile verhalten

Erstellt:

Von: Christina Hein

Kommentare

Am Tag danach: Müll am Platz der elf Frauen zeugte in der Vergangenheit – wie hier auf unserem Archi
Am Tag danach: Müll am Platz der elf Frauen zeugte in der Vergangenheit – wie hier auf unserem Archi © – häufig von nächtlichen Partys auf der Friedrich-Ebert-Straße. archivFoto: Dieter schachtschneider

Nach massiven Beschwerden von Anwohnern über Feiernde auf Kassels Partymeile hat der Ortsbeirat jetzt einen Flyer mit Tipps für die Friedrich-Ebert-Straße erarbeitet.

Kassel – Jetzt gibt es sie, die „Fritze-Regeln“ – Empfehlungen, wie man sich auf der Feiermeile Friedrich-Ebert-Straße in Kassel verhalten sollte, damit Konflikte mit anderen Menschen vermieden werden können, beziehungsweise eine Aufzählung dessen, was grundsätzlich erlaubt ist.

Regel Nummer 1 von insgesamt sechs: „Ab 22 Uhr beginnt die Nachtzeit. Ab diesem Zeitpunkt haben Gastronomiebetriebe allgemein mehr Rücksicht auf Anwohner zu nehmen.“ Was für einige selbstverständlich klingt, sollten sich andere besser noch einmal vergegenwärtigen.

Kassel: Fritze-Anwohner beklagen Situation an Partymeile

Mitglieder des Ortsbeirats Vorderer Westen haben die „Fritze-Regeln“ zusammen mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern in einer Arbeitsgruppe erarbeitet. Die Informationen lieferte das Ordnungsamt. Eine lokale Werbefirma hat unentgeltlich das Layout übernommen. Demnächst sollen die Regeln gedruckt in Geschäften und Kneipen ausliegen.

Die Ortsbeirats-AG „Öffentlicher Raum“ arbeitet seit einem Jahr an Ideen für ein besseres Zusammenleben von Gästen und Anwohnern auf der Ebert-Straße – vor allem in dem Bereich, wo sich viele Kneipen befinden. Geplant ist es, die Regeln auf Flyern unter die Leute zu bringen, erklärte Axel Garbelmann während der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Seit Jahren klagen Anwohner im Umfeld des Platzes der elf Frauen über Begleiterscheinungen der Partymeile. Aufgezählt wurden: Lärm bis in den Morgen, Vermüllung, Vandalismus, Belästigungen, Bedrohungen, Auto-Posing, Drogenhandel und mehr.

Jetzt soll ein sachlicher Flyer mit Anleitungen und Hinweisen helfen, das Problem abzumildern. Außerdem veröffentlicht werden Ansprechpartner und Telefonnummern. Auf den Schutzmann vor Ort, Uli Franiek, wird ebenfalls hingewiesen.

„Fritze-Regeln“ sollen Ruhe auf die Partymeile in Kassel bringen

Es ist nicht die erste Aktion des Ortsbeirats zur Befriedung der Meile. Vorausgegangen waren Bürgergespräche und eine Sammlung der Problempunkte durch die Arbeitsgruppe. Deren Erkenntnis, so Garbelmann: „Nur in einer gemeinsamen Anstrengung und mit einem Bündel an Ansätzen kann das Problem gelöst werden.“ Zuletzt habe sich eine Entspannung ergeben, seitdem Clubs und Diskotheken wieder geöffnet haben und sich junge Leute nicht mehr Orte im Freien suchen, um sich zu treffen.

Im März hatte der Ortsbeirat Vorderer Westen während einer Sitzung mit dem Ortsbeirat Mitte sowie Vertretern der Stadt, der Polizei und anderen einen Katalog an Maßnahmen vorgestellt, wie das Problem angegangen werden kann. Ein kleiner, nicht unbedeutender Beitrag sind jetzt die „Fritze-Regeln“. Sie seien ein Zeichen dafür, dass aus Engagement und Selbstorganisation etwas Konstruktivves entstehen kann, so Garbelmann.

Service: Jeder kann mitarbeiten in der AG Öffentliche Räume. Kontakt: agoeffentlicheraeume@gmx.de

Das sind die Fritze-Regeln

Ab 22 Uhr beginnt die Nachtzeit. Ab diesem Zeitpunkt haben Gastronomiebetriebe allgemein mehr Rücksicht auf Anwohner zu nehmen.

Im Außenbereich dürfen sogenannte Wirtschaftsgärten bis 23 Uhr bewirtet werden.

Wenn Gastronomien über Glasschiebewände verfügen, sind diese grundsätzlich ab 22 Uhr zu schließen.

Gastronomien dürfen im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße wochentags bis 2 Uhr, an Wochenenden und in Nächten auf Feiertage bis 4 Uhr geöffnet haben.

Diskotheken dürfen bis 5 Uhr öffnen.

„Spätis“ sind Einzelhandel, das heißt, sie dürfen wochentags 24 Stunden geöffnet bleiben. Sonn- und Feiertags sind sie geschlossen. Konkret für die FES bedeutet dies, dass Samstagnacht, 23.59 Uhr, der Einzelhandel zu schließen hat.

Auch interessant

Kommentare