Im Vorderen Westen

Honig vom Dach: Bienenvölker auf Ramada-Hotel angesiedelt

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Honig vom Hotel Ramada: Stadtimker Victor Hernández (links) mit Hoteldirektor Pablo Hernández an einem Bienenstock. Mit dem Rauch werden die Bienen abgelenkt, wenn der Stock geöffnet wird.

Kassel. Stadtimker Victor Hernández und Hotelchef Pablo Hernández begrüßen sich freundschaftlich – auf Spanisch, in ihrer Muttersprache. Verwandt sind sie nicht, aber seit Juni arbeiten sie zusammen für 160.000 neue Gäste des Ramada-Hotels.

Der eine stellt den Landeplatz für die zwei Bienenvölker zur Verfügung, der andere betreut sie – und erntet den Honig.

Wöchentlich besucht der Imker seine Bienen auf dem Dach des Tagungshotels neben dem Kongress Palais. Noch ist Erntesaison, wie Victor Hernández erklärt: „Ab August überlassen wir alles den Bienen.“ Bis dahin wird ein Drittel der Waben geerntet und zu Honig verarbeitet. Im Gegenzug bekommen die Bienen dieselbe Menge als Futtersirup zurück. Die Nahrung brauchen sie zum Überwintern, erklärt der Herr der Bienen, der auch Vorsitzender des Kasseler Imkervereins ist.

Stadthonig ist nicht gleich Stadthonig – denn je nach Standort sind andere Bäume, Pflanzen und Sträucher vorhanden. Im Vorderen Westen, wo das Ramada-Hotel steht, seien viel Kernobst, Beeren, aber auch große Bäume in Reichweite. „Von hier aus schaffen sie es bis in den Bergpark“, sagt der 38-Jährige. Die Bienen fliegen bis zu drei Kilometer weit für die Nahrungssuche. Hernández’ Bienenstöcke stehen unter anderem auf dem Staatstheater, der Kurfürsten-Galerie und in seinem Heimatstadtteil Nord-Holland.

Weil innerhalb der dreimonatigen Erntezeit von Mai bis Juli verschiedene Pflanzen blühen, schmeckt jede Ernte anders. Ohnehin gebe es in Kassel eine hohe Biodiversität, also Pflanzenvielfalt, ergänzt der Hobbyimker.

Pablo Hernández, Direktor des Ramada-Hotels, formuliert es einfacher, als er vom 14. Stock aus auf Kassel blickt: „Als ich im Oktober letzten Jahres hierherkam, habe ich direkt gesehen, wie grün Kassel ist.“ Als Chef eines Hotels in Mannheim habe er auch schon Bienen auf dem Gebäudedach eine Heimat geboten.

„Kasseler Gold“ als Etikett

Mit den Produzenten des 2014 prämierten Kasseler Stadthonigs soll das auch klappen: Als „Kasseler Gold“ wird die Ernte aus dem 14. Stock bald im Hotel verkauft. Aber nicht in unbegrenzten Mengen, sondern nur so viel, wie die Bienen anteilig produzieren. Aus den zwei Bienenvölkern sollen bis zum Ende des Jahres zehn werden.

Außergewöhnlich, selbst gemacht und nachhaltig – die Adjektive nennt der Hoteldirektor über den Honig – auch als Alternative zur Ahlen Wurst, dem Klassiker der regionalen Spezialitäten.

Kasseler Stadthonig: Hier geht es zur Internetseite

Kasseler Stadthonig bei Facebook: Auf dieser Seite berichtet der Imker von seiner Arbeit und den Bienen in Kassel

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