Neues Ladengeschäft an der Friedrich-Ebert-Straße

Kasseler Textilgestalterin fertigt kleidsame Kunst aus Filz

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Originelle Einzelstücke: Für diesen farbenfrohen Filzmantel von Nina Stein braucht man schon modischen Mut. Die Textilgestalterin stellt aber auch dezentere Stücke in ihrer breiten Kleidungs-Auswahl her.

Kassel. Originellere Kleidungsstücke und Accessoires als bei „Gobogini“ sind in Kassel derzeit kaum zu finden: Inhaberin Nina Stein arbeitet mit Filz und verbindet Kunst mit Mode.

Vor allem Frauen drücken sich begeistert die Nasen platt am Schaufenster des neuen Ladens an der Friedrich-Ebert-Straße. All die bunten, außergewöhnlichen Mäntel und Jacken, Kleider, Röcke Schals und Hüte sind von Inhaberin Nina Stein im Nassfilz-Verfahren hergestellt. Und jedes Stück kann als Kunstwerk durchgehen – ein Unikat ist es allemal.

Von der bildenden Kunst ist die 47-Jährige zur Textilgestaltung gekommen. Nina Stein, die aus der Ukraine stammt und seit 16 Jahren in Kassel lebt, hat Meisterkurse in ihrer alten Heimat Kiew besucht, um ihre Fertigkeiten im Filzen zu perfektionieren. Mit warmem Wasser, Seife und Dampf entstehen unter ihren Händen ausgeformte Kleidungsstücke, die fast keine Nähte aufweisen. Verschiedenfarbige Faserpartien fügen sich dabei zu Mustern und Strukturen zusammen. Nicht nur Wolle, auch andere Materialien wie Seide werden dabei eingearbeitet. „Man kann fast alles verfilzen“, sagt die Gestalterin.

Hingucker am Bein: Die zauberhafte Winterlandschaft ist auf den hellen Filzstiefel aufgestickt.

Aber schon die Wollqualitäten sind edel genug. Nina Stein verwendet etwa Cashmere-, Kamel- und Alpakawolle oder Qiviut, das ist die kostbare Unterwolle vom arktischen Moschusochsen, von der ein Kilo über 1000 Euro kostet. An einer Jacke arbeitet Stein drei bis zehn Tage, je nach Schwierigkeitsgrad. Das hat seinen Preis: Einige Hundert Euro kostet so ein individuelles Kleidungsstück, das Nina Stein auch nach Kundinnenwunsch in Maßanfertigung herstellt.

Aber auch für kleineres Geld wird man fündig bei Gobogini: Originelle, futuristische Kappen und Hüte, fantasievolle Schals, reizende Tierpüppchen und allerlei mehr umfasst das kreative Sortiment aus Filz. Neben kuscheligen Katzenhöhlen und Babyschuhen bietet Nina Stein auch einige erlesene Strickteile an. Strickbegeistert sei sie schon mit zehn, elf Jahren gewesen, erzählt sie: „Früher in der Sowjetunion waren wir froh, wenn wir modische Individualität zeigen konnten und nicht bloß auf das ewig Gleiche zurückgreifen mussten.“

Raumschmuck fürs Tier: Wie ein putziger Außerirdischer sieht diese Katzenhöhle aus.

In dem Laden, in dem zuvor jahrzehntelang das Dessousgeschäft Schnitzler ansässig war, lässt sich die Textilgestalterin bei der Arbeit an ihren Filzstücken auch über die Schulter schauen: Ein großer Produktionstisch, an dem die wollenen Kunststücke entstehen, nimmt einen prominenten Platz im Verkaufsraum ein und ist schon durchs Schaufenster zu sehen, in dem viele Filz-Unikate die Aufmerksamkeit von Passanten fesseln. Auch Kurse will die Inhaberin nach eigenen Angaben in Zukunft anbieten.

Gobogini Filzkunst & Mode, Friedrich-Ebert-Straße 78, Mo.-Fr. 11 bis 18, Sa. bis 14 Uhr geöffnet.


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