Fragen & Antworten

Fäkalkeimen im Diakonissen-Krankenhaus auf der Spur

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Kolibakterien haben sich eingeschlichen: Im Trinkwassernetz des Diakonissen-Krankenhauses (Agaplesion Diakonie Kliniken) wurden Kolibakterien festgestellt.

Kassel. Im Trinkwasser des Diakonissen-Krankenhauses im Vorderen Westen wurden Fäkalkeime festgestellt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Die Fäkalkeime im Trinkwasser sind seit dem 7. September bekannt. Warum liest man jetzt erst was darüber in der Zeitung?

Tatsächlich fiel die Belastung durch Kolibakterien bereits vor einem Monat bei einer Routinekontrolle des Trinkwassers auf. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes wurde die Öffentlichkeit nicht informiert, da die Keime nur in den Leitungen des Krankenhauses nachgewiesen werden können und nicht im öffentlichen Leitungsnetz.

Das heißt, die Anwohner waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet, sagt Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes der Region Kassel.

Was wurde zum Schutz der Patienten getan?

„Immer, wenn Keime im Wasser festgestellt werden, gilt die gleiche Auflage: Das Wasser muss abgekocht werden“, sagt Müller.

Die Folgen der Keime in Wasser des Diakonissen-Krankenhauses: Weil der Wasserbedarf in der Klinik so groß ist, könne nicht sämtliches Wasser abgekocht werden. Deshalb bekämen die Patienten Mineralwasser. Auch die Zähne sollen nicht mit Leitungswasser geputzt werden. Duschen ist aber möglich. Entsprechende Warnhinweise befinden sich in den Patientenzimmern. In den sensiblen Bereichen des Krankenhauses (Säuglingsstation, Intensivstation, Zentrale Notaufnahme) wurden spezielle Sterilwasserfilter an die Wasserhähne montiert.

Die Keime wurden zwar erst am 7. September bei der halbjährlichen Kontrolle festgestellt, sie sind vermutlich aber nicht erst seit dem Tag im Leitungsnetz der Klinik. Kam es denn in Folge der Keimbelastung schon zu Problemen?

Bei den Patienten seien keine Probleme infolge der Verkeimung festgestellt worden, so die Leiterin des Gesundheitsamtes. Das Krankenhaus tue alles, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. „Man kann das Krankenhaus guten Gewissens aufsuchen und muss keine Angst haben“, sagt Müller.

Dr. Karin Müller

Wie oft wird das Wasser im Krankenhaus kontrolliert?

Neben der halbjährlichen, verpflichtenden Eigenkontrolle entnimmt auch das Gesundheitsamt immer mal wieder Proben. Zudem werde das Leitungsnetz im Krankenhaus durchgehend technisch gewartet. Die Erfahrung zeige, dass dies ausreichend sei.

Warum dauert die Suche nach der Ursache für die Keime so lange?

„Das ist ein riesiger Aufwand“, sagt Müller. Bislang gebe es keine Hinweise auf die Ursache für das Problem. Denkbar sei ein kleiner Riss im Rohrsystem. Auch durch Arbeiten am Rohrnetz sei eine Verunreinigung möglich. Dies sei in dem Fall aber eher unwahrscheinlich, weil in der jüngeren Vergangenheit keine Arbeiten stattgefunden hätten. „Das ist für uns alle sehr ärgerlich und unzufriedenstellend“, sagt Müller.

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