Aus Angst vor ansteckenden Krankkeiten

Einbrecher schlief in Kita Kreuzkirche: Kuschelecke wegen Gestanks entsorgt

+
Die Kuschelecke ist leer: Die Erzieherinnen Yvonne Ezzahin (links) und Annette Zell haben den Kindern erzählt, dass ein fremder Mann hier geschlafen hat. Weil er die Ecke nicht sauber hinterließ, habe man die Kissen, Decken und die Matratze der Kinder entsorgen müssen.

Kassel. Nachdem ein Einbrecher in der Kuschelecke der Kasseler Kita Kreuzkirche eingeschlafen war, hat die Kita-Leitung die gesamte Ecke entsorgt. Die Kinder sind traurig. 

„Ich habe mir manchmal hier Bücher angeschaut und auch eine Höhle gebaut. Manchmal habe ich auch nix gemacht“, sagt der sechsjährige Luis, als er am Dienstagvormittag mit anderen Jungen und Mädchen und den Erzieherinnen in einer leeren Ecke der Kita Kreuzkirche steht. Bis Montagmorgen war hier die Kuschelecke der Hort- und Vorschulgruppe.

Erzieherin entdeckte Einbrecher in Kita

Bis zu jenem Zeitpunkt, an dem Erzieherin Yvonne Ezzahin einen Einbrecher entdeckte, der sich in der Kuschelecke zum Schlafen hingelegt hatte. „Ich bin sehr geruchsempfindlich“, erklärt die Frau. Es habe fürchterlich gestunken, als sie am Montag gegen 8 Uhr durch eine Zwischentür in den Raum gegangen sei. Die Erzieherin sah in der Kuschelecke nach und traute zuerst ihren Augen nicht. „Ich musste zweimal gucken, um zu realisieren, dass hier einer liegt.“

Yvonne Ezzahin rief nach ihrer Kollegin Annette Zell, die in der Küche war. Die beiden Erzieherinnen verständigten daraufhin sofort die Polizei. Die Kinder wurden nach oben geschickt, damit sie von dem Einbrecher nichts mitbekommen.

Der Mann sei dann erst von den Polizisten geweckt worden, sagt Kita-Leiterin Rita Weber. „Der hat ganz schön blöd geguckt.“ Wie bereits berichtet, handelte es sich bei dem Einbrecher um einen 69-jährigen Mann ohne Wohnsitz, der in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Eigentumsdelikten mit der Polizei zu tun hatte. Nachdem er in der Nacht zum Montag durch ein aufgebrochenes Fenster der Kita eingestiegen sei, habe er sich offenbar einen Hexenschuss geholt und sich deshalb in der Kita hingelegt, hatte Polizeisprecher Torsten Werner mitgeteilt.

Kuschelecke der Kita hat gestunken

Ein Nickerchen mit Folgen. „Wir haben die komplette Kuschelecke umgehend entsorgt“, sagt Leiterin Weber. Wegen des Gestanks und aus Angst vor ansteckenden Krankheiten. Schließlich könne zum Beispiel Krätze durch Kissen, Decken und Kuscheltiere übertragen werden. Man könne nicht das Risiko eingehen, dass sich die Kinder ansteckten.

Eine Matratze, drei große Sitzkissen, sechs kleine sowie acht große Kissen, vier Fleecedecken, zwei Kinderdecken, drei Wolldecken, Kuscheltiere und Handpuppen mussten entsorgt werden. „Auf dem Schaden bleiben wir jetzt sitzen“, sagt Weber. Sie und ihre Kolleginnen haben die Hoffnung, dass Geschäftsleute der Kita jetzt mit Spenden von Decken und Matratzen vielleicht unter die Arme greifen. Zumal es sich nicht um den ersten Einbruch in die evangelische Kita an der Murhardstraße handelt, so Weber. In der Vergangenheit hätten es die Täter meist auf die Kasse abgesehen, in der das eingesammelte Geld für Frühstück oder andere Aktionen aufbewahrt worden ist.

Die Kinder seien sehr traurig, dass ihre Ecke zum Kuscheln weg ist, sagen die Erzieherinnen. Über die wahren Hintergründe wissen sie aber nichts. Die Ecke sei weg, weil hier ein fremder Mann übernachtet hat, sagt die siebenjährige Maja.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.