Festgottesdienst am Sonntag

Klein, aber fein: Apostelkapelle wird 50

Freuen sich auf den Festgottesdienst zum Jubiläum: Die Pfarrer Carsten Köstner-Norbisrath und Matthias Meißner (von links), Kirchenvorstand Albrecht Weisker mit seinen Söhnen Benedikt und dem in der Apostelkapelle getauften Nikolas. Im Hintergrund über dem Alter sieht man ein Schnitzwerk Kasseler Künstlers Hermann Pohl mit Szenen aus dem Johannes-Evangelium. Fotos: Rudolph

Kassel. Die Apostelkapelle feiert am Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen. 

Roter Backstein, eine holzvertäfelte Decke, eine schlichte Kanzel aus Holz und schlanken Stahlstreben: Nicht nur der Geist Gottes, auch der gestalterische Geist der ausgehenden 1960er-Jahre erfüllt die evangelische Apostelkapelle im Vorderen Westen. Schnörkellos und ohne sakralen Prunk herrscht fast eine heimelige Atmosphäre in dem schlichten Flachbau, der vor 50 Jahren eingeweiht wurde.

„Es ist etwas ganz anderes hier zu predigen als in der Friedenskirche“, sagt Pfarrer Matthias Meißner von der Gemeinde im Vorderen Westen. „Man ist viel näher dran an den Menschen.“ Gerade für kleinere Veranstaltungen wie den monatlichen meditativen Abendgottesdienst oder Kammermusik biete die Kapelle am Rande des Aschrottparks das passende Ambiente.

Schlichter Bau: Die Apostelkapelle wurde ab 1965 gebaut und am 15. Januar 1967 feierlich eingeweiht.

Der erste Gottesdienst in der Apostelkapelle fand am 15. Januar 1967 statt. Genau 50 Jahre später, am kommenden Sonntag, feiert die Gemeinde das Jubiläum. Entworfen wurde das Gebäude von dem Kasseler Architekten Werner Hasper, der auch die Treppenstraße geplant hat. Mit dem Stadtteil, der sich seinerzeit weiter in Richtung Westen ausdehnte, war auch die Gemeinde gewachsen. Damals hatte sie rund 7000 Mitglieder (heute sind es knapp 4000). Eine zweite Gottesdienststätte sollte her, um den Gläubigen zwischen Tannenwäldchen und Wilhelmshöher Bahnhof eine Anlaufstelle zu bieten. Zeitweise lief die kleine Kapelle der großen Friedenskirche sogar den Rang ab, berichtet Pfarrer Meißner. Die gehobene Bewohnerschaft der neuen Gemeindeteile habe sich stark mit „ihrer“ Kapelle identifiziert.

Heute sind die Gottesdienste in der Kapelle nur noch spärlich besucht. 15 bis 20 Besucher finden sich sonntags ein, wenn um 9 Uhr die Glocken am Aschrottpark läuten. „Hier kommen die Frühaufsteher“, sagt Pfarrer Carsten Köstner-Norbisrath. Die frühe Uhrzeit stelle man nicht in Frage. Im Gegenteil: sie könne auch ein Alleinstellungsmerkmal sein in Zeiten, in denen bei der Kirche Kürzungen und Zusammenlegungen anstehen.

Zwischenzeitlich sah die Zukunft der Kapelle wenig rosig aus. Wegen zu hoher Heizkosten hatte die Gemeinde vor fünf Jahren die Reißleine gezogen und im Winter die Gottesdienste dort gestrichen. Inzwischen ist der Standort auch in der kalten Jahreszeit wiederbelebt worden – dank einer Untervermietung. Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde feiert seit 2014 ihre Gottesdienste in der Kapelle. Im Herbst wurde nun auch die alte Ölheizung, deren Betrieb über das benachbarte Pfarrhaus lief, gegen eine moderne Gasheizung ersetzt. Auch diese Investition zeigt: Für die Gemeinde hat die kleine, feine Kapelle mit 50 noch lange nicht ausgedient.

Festgottesdienst 

Am Sonntag, 15. Januar, ab 10.30 Uhr, findet ein Festgottesdienst in der Apostelkapelle statt, der von den beiden Gemeindepfarrern Matthias Meißner und Carsten Köstner-Norbisrath zusammen gehalten wird. Im Anschluss sind die Besucher zum Imbiss eingeladen. Der Gottesdienst in der Friedenskirche entfällt an diesem Tag. 

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