Radweg führt über Haltestelle

Kritik: Brenzlige Situationen auf umgebauter Friedrich-Ebert-Straße

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Teil des Umbaus: Auch der Ständeplatz wird noch bis einschließlich Sonntag teilweise neu asphaltiert. Am Sonntag beginnt auch die Asphaltierung der Friedrich-Ebert-Straße.

Kassel. Ende November wird der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße abgeschlossen. Doch noch bevor der Boulevard fertig ist, tauchen die ersten Konflikte auf.

Sie entzünden sich an den neu angelegten Radfahrstreifen, die über die Haltestellen in dem umgebauten Abschnitt führen. Immer wieder komme es zu brenzligen Situationen, weil Radfahrer und Fahrgäste sich in die Quere kommen, so der ADFC. Aus Sicht der Stadt handelt es sich um die beste und sicherste Lösung.

Der Kasseler ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) hat das Problem bei der Stadt angesprochen. „Dass der Radfahrstreifen über die Haltestellen führt, ist nicht optimal. Auf der Friedrich-Ebert-Straße fahren viele Bahnen und es kommt zu kniffligen Situationen, wenn Fahrgäste ein- und aussteigen“, sagt der Kasseler ADFC-Vorsitzende Gerhard Peter.

Der ADFC hat bereits mit Anne Grimm, der Radverkehrsbeauftragten der Stadt, Gespräche dazu geführt. Mit dem Ergebnis ist Peter bedingtzufrieden. „Wir hatten gefordert, den Radfahrstreifen hinter den Haltestellen entlang zu führen oder ihn zumindest im Bereich der Haltestelle einzufärben, damit er besser wahrgenommen wird“, so Peter. Diese Varianten seien aber abgelehnt worden. Stattdessen würden nun einige Pflastersteine auf der Haltestelle mit Piktogrammen versehen, die auf den Radfahrstreifen hinweisen.

„Laut Straßenverkehrsordnung müssen Radfahrer warten, wenn Fahrgäste den Radfahrstreifen überqueren, um in die Bahn einzusteigen oder auszusteigen“, sagt Peter. Unabhängig davon sei es aber sinnvoll, die Gefahrenstelle zu entschärfen.

Auch an der Haltestelle Goethestraße führt der Radfahrstreifen über eine der Straßenbahnhaltestellen. Dort ist das Konfliktpotential aus Sicht des ADFC geringer, weil dort nur die Linie 7 verkehrt.

Die Stadt sieht keine Probleme bei der Radwegführung. Auch in anderen deutschen Städten wie Berlin und Leipzig gebe es solche Regelungen. Und von der Kasseler Haltestelle Goethestraße, die seit Herbst 2013 umgebaut ist, seien keine Konflikte bekannt. Zur besseren Wahrnehmung der Radfahrstreifen würden nun noch die Piktogramme aufgebracht.

Stadt: Alternativen schlechter

Alternative Varianten seien bei der Stadt überlegt worden, so ein Rathaussprecher. Eine Einfädelung des Radverkehrs vor der Haltestelle in die Fahrbahn sei aufgrund des Gleises und der damit verbundenen Sturzgefahr ausgeschlossen worden. Eine Führung hinter der Haltestelle über den Gehweg berge die Gefahr von Zusammenstößen mit Fußgängern. Die jetzige Regelung müsse sich erstmal einspielen. Die Beispiele aus anderen Städten belegten, dass diese Variante gut funktioniere.

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