Anwohner der Kölnischen Straße befürchten weiter viel Verkehr

Kritik an Umbau der Friedrich-Ebert-Straße: Stadt teilt Befürchtungen nicht

Sie sehen sich durch den Umbau der Friedrich-Ebert-Straße benachteiligt: Margarete Brinkmann, Soonia Stengel, Holger Günther, Gerrit Stengel, Udo Brinkmann und Klaus Rolf Gerhold an der derzeit stark befahrenen Kölnischen Straße. Foto: Ludwig

Kassel. Der seit über zwei Jahren laufende Umbau der Friedrich-Ebert-Straße hat den Anwohnern der parallel verlaufenden Kölnischen Straße vor allem eines beschert: Mehr Verkehr.

Wenn die Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Ständeplatz und Goethestraße nächstes Wochenende wegfällt, versprechen sie sich aber keine große Entlastung. Denn durch den Umbau zu einem Boulevard werden sich die Autos auf der Friedrich-Ebert-Straße künftig eine Spur mit den Straßenbahnen teilen. Viele Autofahrer würden daher weiter auf die Kölnische ausweichen. Die Stadtplaner sehen dies anders.

Aktualisiert um 17.05 Uhr

„Der Rückbau zu einem Boulevard geht zu unseren Lasten“, sagt Anwohner Holger Günther. Abgase und Lärm seien eine Belastung. „Ich vermiete Wohnungen an der Kölnischen und kenne die Klagen meiner Mieter“, ergänzt Immobilienunternehmer Klaus Rolf Gerhold. Und Günther weist darauf hin, dass die Kölnische Straße fast ausschließlich vom Durchgangsverkehr genutzt werde. „Fast jeder, der aus der Innenstadt in Richtung Vorderer Westen, Kirchditmold, Harleshausen und Ahnatal will, fährt hier lang“, so der Anwohner.

Lexikonwissen: Die Kölnische Straße im Regiowiki

Die Verkehrsplaner im Rathaus gehen davon aus, dass sich die Lage auf der Kölnischen Straße nach Abschluss der Bauarbeiten auf der Friedrich-Ebert-Straße wieder normalisieren wird. Es habe Berechnungen gegeben, nach denen die bis zu 18 000 Fahrzeuge täglich auf der Friedrich-Ebert-Straße auch nach deren Umbau ohne Probleme dort fahren könnten, teilt ein Stadtsprecher mit. Mit dem gewählten Querschnitt der Straße sowie der Gestaltung der wichtigen Einmündungsbereiche Goethestraße und Bürgermeister-Brunner-Straße mit Linksabbiegefahrstreifen werde sich die Gesamtfahrzeit nicht erhöhen.

„Die Leipziger Straße in Bettenhausen ist nach gleichem Prinzip umgebaut worden. Entgegen den seinerzeitigen Befürchtungen haben sich die Verkehrsabläufe auch dort unproblematisch harmonisiert“, so der Stadtsprecher.

Die Bauarbeiten an der Friedrich-Ebert-Straße

Günther und die anderen Anwohner glauben daran nicht: Die Situation werde sich mit der Fertigstellung der Friedrich-Ebert-Straße nur bedingt entschärfen. Denn die Friedrich-Ebert-Straße sei für den Autoverkehr verengt worden. „Wer hat schon Lust, an den Haltestellen auf der Friedrich-Ebert-Straße hinter den Straßenbahnen zu warten“, fragt Günther. Die einzige gut ausgebaute Verbindung in den Westen sei die Kölnische Straße. An diese Strecke hätten sich viele Autofahrer in den vergangenen Monaten gewöhnt. Die Wilhelmshöher Allee komme als alternative Route kaum in Frage, weil sie für den Verkehr zwischen Innenstadt und den nord-westlichen Stadtteilen einen größeren Umweg bedeute. Und das Königstor werde als Tempo-30-Zone vor allem durch Radfahrer genutzt.

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