Geplante Veränderungen durch die KVG-Netzreform in den Stadtteilen

KVG-Pläne für den Vorderen Westen: Weniger Busse am Bebelplatz

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Vorderer Westen. Nach 25 Jahren stellt die KVG die Weichen für die Reform ihres Straßenbahn- und Busliniennetzes. Wir zeigen, welche Veränderungen in den Stadtteilen geplant sind.

„Passendes Angebot“ lautet nach der Untersuchung das Gesamtergebnis der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) für den Vorderen Westen. Festgestellt wurden:

• eine überdurchschnittlich hohe ÖPNV-Nutzung (viertbester Wert im Stadtgebiet)

• ein überdurchschnittlich gutes Verhältnis zwischen Fahrgastzahl und Leistungsaufwand (drittbester Wert).

Probleme und Pläne 

• Nach 22.30 Uhr und morgens am Wochenende ist die Tramlinie 8 wenig ausgelastet.

Geplant: Die Tramlinie 8 soll zwischen Hessenschanze und Bebelplatz in nachfrageschwachen Zeiten auf den Bus umgestellt werden. Sonst würden laut KVG die Trams 4 und 8 zwischen Bebelplatz und Königsplatz zeitgleich fahren (Anschlusstreffen Königsplatz alle 30 Minuten).

• Die bisherige Buslinie 10 weist zwischen Kirchditmold und Kulturbahnhof einen hohen Anteil an Parallelverkehr mit anderen Linien auf.

Geplant: Die neue Buslinie 14 soll nur noch an Schultagen zwischen Harleshausen, Am Kubergraben zum Königsplatz über die Kölnische Straße fahren. Von Montag bis Freitag zwischen 8 und 13 Uhr sind keine Fahrten vorgesehen, da etwa auf der Kölnischen Straße die Buslinien 52, 100 und 500 fahren, die ausgeweitet wurden und noch freie Kapazitäten haben.

• Die Nachfrage für die Verbindung zwischen dem Vorderen Westen und Rothenditmold weise ein geringeres Potential auf als die über Kirchditmold und Bahnhof Wilhelmshöhe.

Geplant: Die Buslinie 11 soll künftig zwischen Wehlheiden und Rothenditmold über Kirchditmold und Bahnhof Wilhelmshöhe fahren.

• Die Stadtteile sollen besser an das Auebad angebunden werden.

Geplant: Mit Bus 16 ab Bebelplatz über Kirchweg erreichen Fahrgäste aus dem Vorderen Westen das Auebad künftig ohne Umsteigen.

• Zwischen Kirchweg und Bebelplatz werden die Buslinien 25 und 27 (alle zehn bis 20 Minuten) kaum genutzt, weil viele andere ÖPNV-Angebote zu Fuß erreichbar sind.

Geplant: Das Busangebot zwischen Kirchweg und Bebelplatz soll entsprechend der Nachfrage verringert werden, in der Hauptverkehrszeit teilweise im 15-Minuten-Takt.

Auf der Streichliste 

• Bus 27 zwischen dem Vorderen Westen und Rothenditmold soll entfallen.

Alternative: Fahrgäste könnten Linien aus dem Vorderen Westen nutzen und an Haltestellen der Teichstraße oder am Bahnhof Wilhelmshöhe in Bus 11 umsteigen.

Jugendherberge 

• Die Haltestelle Jugendherberge soll aufgegeben werden.

Alternative: An der Jugendherberge bestehe bisher das Angebot der Buslinie 27, das Herbergsgäste aber kaum nutzen. Hintergrund sei das gute Tram- und Busangebot in fußläufiger Entfernung (Buslinien 10, 52, 100 und 500 mit vielen Abfahrten Richtung Innenstadt und Bahnhof Wilhelmshöhe). Auch die Trams 4 und 8 würden von vielen Gästen der Jugendherberge genutzt.

Das sagt der Ortsbeirat

Zur KVG-Reform hat der Ortsbeirat Vorderer Westen nach Angaben von Ortsvorsteher Steffen Müller (Grüne) eine einstimmige Stellungnahme beschlossen. Insgesamt befürchte man, dass sich das ÖPNV-Angebot in Kassel verschlechtern wird. Für den Vorderen Westen lehnt der Ortsbeirat die nahezu ersatzlose Streichung der Buslinien 25 und 27, die Reduzierung der Taktfrequenzen ab 22.30 Uhr auf der Friedrich-Ebert-Straße und der Wilhelmshöher Allee sowie den unzureichenden Ersatz der Tramlinie 8 durch Anruf-Sammel-Taxis (AST) ab dem Bebelplatz im Abendverkehr ab. Für die Bewohner müsse zudem eine Verbindung zum Freibad Harleshausen bestehen bleiben.

Service: Die „Kasseler Linien“ sollen im Juni 2017 starten. Anregungen sollen bis März 2016 eingearbeitet werden. Nähere Information und die Möglichkeit für Lob und Kritik: www.kasselerlinien.de

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