An Ostern wird besonders viel Weißbrot gegessen

Leckerei aus der Osterbäckerei: Hinter den Kulissen der Backstube von Bäcker Becker

Osterlämmer mit Puderzucker: Konditorin Alexandra Lohs und ihre Kollegen backen, was saisonal gewünscht ist. Auch Quarkhasen und Eierlikörpralinen sind im Sortiment. 

Zu Ostern steppt der Bär in den Bäckereien der Region. Wir haben mal einen Blick in die Backstube des Kasseler Bäckers Becker geworfen. 

Es ist still auf der Friedrich-Ebert-Straße morgens um halb sechs an Gründonnerstag. Der vordere Westen schläft noch. Der Weg durch ein Tor der Hausnummer 119 führt in die Backstube von Bäcker Becker. Der Duft nach Brot und Kuchen liegt in der warmen Luft. Hier herrscht voller Betrieb. Besonders vor Ostern ist viel zu tun, saisonale Spezialitäten werden gebacken.

„Da steppt der Bär“, sagt Konditorin Alexandra Lohs. Sie bereitet gerade den Teig für Pinzerbrot vor, ein österliches Gebäck aus dem Alpenland. Eier, Butter, Mehl, Zucker und Hefe werden von einem Rührgerät vermischt, das die Größe eines Betonmischers hat. Zehn Bäcker und Konditorinnen laufen durch die Backstube, tragen Bleche und Schüsseln umher. Es ist wuselig und doch weiß jeder, was er zu tun hat. Ein Kollege formt Brote, ein anderer wälzt sie in Körnern. Die Konditorinnen schneiden Erdbeeren für Blechkuchen, der Guss köchelt leise blubbernd vor sich hin. „Wir machen alles per Hand und versuchen, Zutaten regional einzukaufen“, sagt Inhaber Andreas Becker, während er Brote durch die Backstube trägt.

Solange das Pinzerbrot ruhen muss, backt Lohs Osterlämmer. In einer Schüssel so groß wie ein Eimer mischt sie den Teig. Wie viele Eier kommen hinein? „1600.“ Was, so viele?! „Achso, wir rechnen immer alles in Gramm um“, lacht sie. 45 kleine und 30 große Lämmerformen werden mit dem Teig gefüllt und in den Backofen verladen, der aus mehreren Etagen besteht.

Die Knetmaschinen geben gleichmäßige Geräusche von sich, der Quirl schlägt Eischnee im Akkord, die großen Öfen wärmen den Raum, Absprachen werden sich zugerufen.

Pinzerbrot: Andreas Becker präsentiert das Osterbrot, das mit eingelegten Früchten gespickt ist.

Eine Etage unter der Backstube ist es kühl und ruhig. Nur das leise Brummen der Kühlschränke ist zu hören. Hier werden Torten und Pralinen hergestellt. Eierlikörpralinen liegen in der Kühlung, eine Torte wird mit Marzipan in filigraner Kleinarbeit verziert.

Zurück in der Backstube wartet der Teig für Weißbrot in einem Bottich in der Größe eines Badezubers darauf, in seine Form gebracht zu werden. „An Ostern wird besonders viel Weißbrot gegessen“, erzählt Becker, für den schon immer klar war, dass er das Traditionsgeschäft seines Vaters übernimmt. „Meine Knete war das Marzipan“, sagt er, während er gemeinsam mit Alexandra Lohs den nun fertigen Pinzerteig in Brote formt. Die Lämmer kommen aus dem Ofen, die Pinzerbrote hinein. Drei Stunden später ist auch das Verkaufsgeschäft geöffnet und die Friedrich-Ebert-Straße aufgewacht. Nun herrscht hier genauso geschäftiges Treiben wie in der Backstube. Dort geht die Osterbäckerei noch bis mindestens zwei Uhr weiter – dafür haben die Mitarbeiter an Ostern frei.

Aus unserem Videoarchiv: So werden Schoko-Osterhasen hergestellt

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