Anwohner in Parkstraße verlieren Kampf um zwei Ahorne – 2819 Unterschriften

Letzter Baum ist gefallen

Sie trauern um die Ahorne: Mitglieder der Bürgerinitiativen „Rettet die Bäume in der Parkstraße“ und „Rettet den Weinberg“ trafen sich, um auf die Unterschriften, die sie gegen die Baumfällung gesammelt hatten, aufmerksam zu machen. Foto:  Puchta

Vorderer Westen. An den alten Spitzahorn erinnern nur ein paar Wurzelreste. Er war der letzte von insgesamt 14 Bäumen, die die Stadt im Zug von Bauarbeiten an der Parkstraße fällen ließ. Damit hat die Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Bäume in der Parkstraße“ ihren Kampf um den Erhalt der beiden Ahorne vor der Parkstraße 35 und an der Ecke Parkstraße/Annastraße verloren.

Daran konnten auch die 2819 Unterschriften nichts mehr ändern, die die Initiatoren der BI, vorwiegend Anwohner, während der vergangenen Monate für ein Bürgerbegehren gesammelt hatten. Gestern trafen sie sich ein letztes Mal an der Stelle, an der der Spitzahorn vor einigen Tagen fiel. Mit dabei waren Mitglieder der BI „Rettet den Weinberg“, darunter Peter Rüttimann. Er sagte: „Unser Ziel ist eine Vernetzung der Bürgerinitiativen in der Stadt.“

Befestigt an Laken flatterten vor dem Haus Ecke Park- und Annastraße hunderte Unterschriftenlisten, die die BI in der Stadt rumgehen ließ. Aus Datenschutzgründen waren allerdings darauf nicht die Originalunterschriften, sondern Fantasienamen eingetragen. Die Listen mit den „echten“ Unterschriften hatte Renate Rütten von der BI mit einem schwarzen Band zusammengebunden, sie sollen Anfang der Woche der Stadt übergeben werden.

Zeichen setzen

Den Bäumen nutze es nichts mehr, doch wolle man mit der Aktion noch einmal ein Zeichen setzen, sagte Rütten. „Ich hoffe, dass man in der Stadt in Zukunft bei bestimmten Entscheidungen vorsichtiger sein wird und vielleicht sogar die Bürger mitbestimmen lässt.“

Ursprünglich sollten 17 Bäume an der Parkstraße gefällt und durch Neupflanzungen ersetzt werden. Nach den Protesten sagte die Stadt zu, drei Bäume stehen zu lassen. Die Anwohner aber wollten noch zwei weitere erhalten. Darauf ließ sich die Stadt nicht ein. Während der Stadtverordnetenversammlung am 8. Oktober hatte es dazu noch einmal eine Abstimmung gegeben, die das Aus für die beiden Ahorne besiegelte.

Die CDU hatte sich dafür eingesetzt, die Bäume zu retten, SPD und Grüne stimmten für die Baumfällung. Auch Wolfgang Rudolph (SPD), Ortsvorsteher im Vorderen Westen, hatte seine Hand gehoben. Während der jüngsten Ortsbeiratssitzung erntete er dafür von Renate Rütten und der CDU-Stadtverordneten Birgit Trinczek Kritik. „Hätten Sie sich für den Erhalt der Bäume eingesetzt, hätte es ein Umdenken geben können“, sagte Trinczek. Das Fällen der Bäume sei eine Entscheidung seiner Fraktion gewesen, danach habe er sich gerichtet, wies Rudolph den Vorwurf zurück. Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) habe deutlich gemacht, dass es keinen Handlungs-Spielraum mehr gebe.

Von Monika Puchta

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