Umbau des historischen Gebäudes: Auf zwei Seiten waren die Klinker nicht mehr in Ordnung

Martini-Sudhaus musste teilweise verputzt werden

Altes Sudhaus vor der Sanierung: Zu erkennen ist noch der alte Schriftzug.
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Altes Sudhaus vor der Sanierung: Zu erkennen ist noch der alte Schriftzug.

Das ehemalige Sudhaus der Martini-Brauerei an der Kölnischen Straße ist das einzige historische Gebäude, das von der Kasseler Traditionsbrauerei Kropf übrig geblieben ist. Deshalb sorgte es bei einigen Beobachtern der Baustelle auf dem Areal des Martini-Quartiers für Irritationen, dass das 1896 erbaute Sudhaus von zwei Seiten verputzt wurde.

Kassel - Der rote Klinker und die alte Werbeaufschrift „Brauerei A. Kropf“ sind verschwunden.

Matthias Foitzik, einer der verantwortlichen Architekten der für das Martini-Quartier gegründeten Entwicklungsgesellschaft, erläutert den Hintergrund: „Die beiden Seiten des Sudhauses hatten leider sehr schlechte Klinkersteine, die nicht mehr witterungsbeständig waren, sodass wir hier eine neue Oberfläche herstellen mussten.“ So konnten diese beiden Seiten zusätzlich gedämmt werden. Zum Glück seien die denkmalgeschützten Fassaden nach Süden und Westen in besserem Zustand, sodass dort eine farblose Hydrophobierung – eine Art wetterfeste Imprägnierung des Mauerwerks – möglich ist und die Klinkerfassaden erhalten bleiben.

Inzwischen von zwei Seiten verputzt: Die Qualität der Klinkersteine war an zwei Fassaden schlecht.

Die beiden verputzten Seiten werden noch in Klinkerfarbe gestrichen. „So entsteht wieder ein homogener, rötlicher Baukörper inmitten der hellen Neubauten“, so Foitzik.

Die Sanierung des Sudhauses soll im Sommer abgeschlossen sein. Im September soll das Gebäude von mehreren Architektur- und Planungsbüros bezogen werden. Im Erdgeschoss ist eine gastronomisch-kulturelle Nutzung angedacht.

Bis Ende des Jahres soll das Quartier aus Wohnungen und Büros komplett fertigstellt sein. 2023 folgt dann noch der finale Straßenbau.

Neben dem Sudhaus ist von der 1859 von Arnold Kropf gegründeten Martini-Brauerei nur noch ein Teil der historischen Kelleranlagen erhalten. Diese sollen nach dem Abschluss der Arbeiten durch den Kasseler Verein Vikonauten im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht werden. (Bastian Ludwig)

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