Nach 17 Monaten Umbauzeit

Mehr Platz für Gemeinde - „Kirche im Hof“ hat neue Räume bezogen

Kirche in Hof gilt jetzt wörtlich: Im Hinterhof des Gemeindezentrums der Baptisten ist ein zweistöckiger Anbau entstanden. Die Räume sind längst zum Zentrum des ganzen Stadtteils geworden. Fotos: Schachtschneider

Kassel. In 17 Monaten Bauzeit ist im Hof der "Kirche im Hof" an der Friedrich-Ebert-Straße 102 ein zweistöckiger Anbau mit insgesamt 140 Quadratmetern Fläche entstanden. Der Saal im Obergeschoss ist schon kurz nach seiner Einweihung zum gefragten Veranstaltungsort im Stadtteil geworden.

In allen Winkeln der Kirche im Hof an der Friedrich-Ebert-Straße 102 herrscht Leben, in jedem der Räume gibt es Gespräche, wird gespielt, gegessenen, gelacht. Und Gottesdienste werden natürlich auch gefeiert. Seit einigen Wochen versammelt sich die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde wieder in ihren schönen sanierten Räumen mit einer Riesenportion mehr Platz obendrauf.

Großzügig um- und anzubauen, war die richtige Entscheidung, da ist sich die 200 Mitglieder und Freunde zählende Gemeinde einig. „Am Anfang war noch im Gespräch, das Gebäude zu verkaufen und auf der grünen Wiese neu zu bauen“, sagt Pastor Frank Frank Fornaçon, „aber wir haben uns bald für den Verbleib unseres Gemeindezentrums mitten im Stadtteil, mitten im Leben, entschieden.“ Auch der Architekt Holger Möller (BAS) kommt aus der Nachbarschaft im Vorderen Westen.

Vor einigen Jahren hatten sich die Baptisten entschlossen, ihr Gemeindezentrum im altehrwüdigen Haus an der Friedrich-Ebert-Straße zu erweitern und zu sanieren. Die Räume für Aktivitäten der Gemeinde platzten zunehmend aus allen Nähten, und die Infrastruktur war in die Jahre gekommen, seitdem die Gemeinde das Gebäude 1979 gekauft hatte. So musste unter anderem ein neues Fundament unter das Haus gesetzt werden. Auch die Barrierefreiheit, die inzwischen durch einen Aufzug und großzügig geschnittene Räume und Toiletten gegeben ist, war ein dringendes Anliegen. Durch den Fahrstuhl und einen „geschickten Umbau“, so Frank Fornaçon, können jetzt auch die oberen Etagen im alten Gebäude optimal genutzt werden.

„Ich finde es hier fantastisch“ bewertet Irene Heerdt (93), die mit einem Gehstock unterwegs ist, das Ergebnis: „Mit dem Fahrstuhl komme ich überall hin, alles ist bequem zu erreichen.“ Die Gemeinde hat sich den Anbau über eine Million Euro kosten lassen. Beziehungssweise, so Michael Rempe, stellvertretender Gemeindeleiter und Leiter des Bauarbeitskreises: Das Geld wird über einen auf 18 Jahre angelegten Finanzplan aufgebracht.

Michael Rempe ist berührt von der Solidarität und Tatkraft innerhalb der Gemeinde, die nicht nur 80 Prozent der Baukosten gespendet hat, sondern in 3000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden selbst mit anfasste. Die Ärmel hochgekrempelt haben auch viele der syrischen Flüchtlinge, die der Gemeinde nahestehen.

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