GWG reagierte nach HNA-Anfrage

Mehrfach Kloake im Keller: Mietern im Vorderen Westen stinkt es gewaltig 

+
Überschwemmung in der Waschküche: Aus den Abläufen im Keller drückt das Wasser aus der Kanalisation hoch.

Vorderer Westen. Die Bewohner des Hauses Ludwig-Mohr-Straße 4 haben die Nase im wahrsten Sinne des Wortes voll: Kloake überflutete am Wochenende den Keller - nicht das erste Mal.

Zum dritten Mal seit 2015 kam die Kloake aus den Abflüssen nach oben und überflutete Keller und Waschküche. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt (GWG) pumpte stets das Wasser ab. Doch Klopapier und Fäkalreste klebten anschließend tagelang auf dem Boden – vom Geruch ganz zu schweigen. Nach HNA-Anfrage kümmerte sich die GWG nun um das Problem.

„Das ist ekelhaft. Wir waschen in den Räumen unsere Wäsche“, sagt eine Mieterin. Neben der Waschküche war die Kot- und Urinbrühe auch in den Abstellraum der Mieterin gelaufen. Die Mieter vermuten Probleme mit den Abflussrohren des Hauses. Die Rohre seien alt und erst im vorigen Jahr habe es einen Wasserrohrbruch gegeben.

Nass wischen reicht nicht

Besonders ärgert es sie, dass die Überbleibsel der Überschwemmung nicht richtig beseitigt wurden. „Das müsste alles gechlort werden. Die Bakterien aus der Kanalisation sind gefährlich“, sagt ein Mieter. Es reiche nicht, den Keller einmal nass zu wischen. Vor allem, weil auch Kleinkinder im Haus lebten, müsse die GWG handeln.

In diesem Mietshaus an der Ludwig-Mohr-Straße 4 stand nun schon zum dritten Mal seit 2015 die Kloake im Kellergeschoss. Die anschließende Reinigung ließ auf sich warten.

Eine Mieterin hatte die Gesellschaft mehrfach auf die Probleme hingewiesen. Eine Lösung war nicht präsentiert worden. Stattdessen wurde eine Mieterhöhung zum 1. Februar angekündigt. Aktuell zahlt die Frau für 43 Quadratmeter 383 Euro Warmmiete. „Es werden immer nur teure Stadtwohnungen gebaut, aber im günstigeren Mietsektor verfällt und vergammelt alles“, klagt die 36-Jährige.

Professionelle Reinigung

Auf HNA-Anfrage teilte die GWG mit, die beauftragte Rohr- und Kanalreinigungsfirma habe am Montag mitgeteilt, es sei alles in Ordnung gebracht worden. Als sich unsere Redaktion am Dienstagabend vor Ort ein Bild von der Situation verschaffte, zeigte sich aber, dass die Reste aus der Kloake immer noch am Kellerboden klebten. Mit Fotos haben wir die Zustände dokumentiert. Weil sie so ekelerregend sind, verzichten wir darauf, sie hier abzubilden.

Nachdem sich GWG-Geschäftsführer Peter Ley selbst ein Bild vor Ort gemacht hatte, kam eine Klärung in Gang. Er gab eine professionelle Reinigung des Kellers und die Untersuchung der Ursache für den Rückstau in Auftrag. „Wir wollen mit Hilfe einer Kanalkamera feststellen, ob die Verstopfungen durch Mieter verursacht werden oder ein baulicher Mangel verantwortlich ist“, sagt Ley. Er sei verärgert, dass die Reinigungsfirma der GWG zurückgemeldet habe, die Räume seien ordentlich gesäubert worden.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.