Anstrich in Originalfarben

Neues Justizzentrum an der Goethestraße: Die Fassade wird dezent

So soll es werden: Statt roter und ocker Farbtöne soll das neue Justizzentrum Kassel II an der Goethestraße einen dezenten Anstrich in einem Sandfarbton bekommen.

Kassel. Die 1970er-Jahre waren wild und bunt: Das machte sich an den Frisuren, der Kleidung und mitunter der Architektur bemerkbar. So wurde zum Beispiel die Fassade des damaligen Finanzamts an der Goethestraße in Rot und einem Gelb-Ocker-Gemisch angestrichen.

Die Gründe für diesen bunten Anstrich konnte Restaurator Piotr Slupczynski Justizministerin Eva Kühne-Hörmann am Donnerstag auch nicht liefern. „Ich kann das nicht erklären. In der Architektur hat es aber immer Wechsel zwischen dezenten und bunten Phasen gegeben“, so der Experte. Slupczynski hat mit seinen Untersuchungen der Fassade aber dafür gesorgt, dass das Gebäude, das im Jahr 1911 für die Oberzolldirektion errichtet wurde, wieder seine ursprüngliche Farbe bekommt. Die Putzflächen sollen entsprechend in einem natürlichen Sandfarbton gestrichen werden.

Das Streichen der Fassade ist nur ein Teil der gesamten Sanierung des Gebäudekomplexes. Im früheren Finanzamt soll nämlich ein weiteres Justizzentrum für Kassel entstehen: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH), das Verwaltungsgericht und das Sozialgericht sollen in dem wilhelminischen Bau untergebracht werden. Im August soll die EU-weite Ausschreibung der Aufträge beginnen, Ende Januar 2016 soll mit der Sanierung des Gebäudes, das eine Fläche von 4500 Quadratmetern umfasst, begonnen werden.

Knapp 14 Mio. Euro

Ziel sei, dass die 162 Mitarbeiter der drei Gerichte im Frühsommer 2017 ihre Arbeit an dem Standort im Vorderen Westen aufnehmen können, so Gisbert Rieckmann, Projektmanager beim Hessischen Baumanagement. Die Fassade soll im Sommer/Herbst 2016 gestrichen werden, anschließend soll das Gebäude innen saniert werden. Knapp 14 Millionen Euro hat das Finanzministerium für alle Arbeiten veranschlagt.

Kalkputz abgeschlagen

Ursprünglich sei das Gebäude mit einem Kalkputz versehen gewesen, sagt der Restaurator. Dieser sei in den 70er-Jahren abgeschlagen und durch einen Kalkzementputz ersetzt worden. Das Gebäude habe zudem ein neubarockes Farbkonzept mit kräftigen Tönen bekommen. In den 70er-Jahren habe es noch nicht die Möglichkeit gegeben, unter allen Farbschichten den Originalton eines historischen Gebäudes zu ermitteln, sagte Kühne-Hörmann beim Ortstermin. Die heutige Technik mache das allerdings möglich, Gebäude wieder authentisch zu restaurieren. Bei öffentlichen Gebäuden habe das Land die Verpflichtung, dies auch zu tun, so die Ministerin, die sich auf die dezente Fassade des Justizzentrums Kassel II freut.

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