Stadt und Staatstheater vereinbaren Termine

Orchester bleibt in Stadthalle, aber Aus für Bußtagskonzerte

Kassel. Auf eine Regelung, die dem Staatsorchester in den nächsten Jahren Planungssicherheit für die Sinfoniekonzerte in der Kasseler Stadthalle bieten soll, haben sich Stadt Kassel, das Staatstheater und Kassel-Marketing geeinigt.

Das teilte die Stadt mit. Danach stehen die Daten für sechs Konzerte in der Spielzeit 2016/17 fest, für einen weiteren Termin wurden dem Staatstheater zwei Alternativen angeboten. Die Termine für 2015/16 waren bereits vereinbart. Damit werde sichergestellt, „dass die Konzerte als besondere künstlerische Ereignisse im Kongress Palais Kassel-Stadthalle ihren Platz haben“, heißt es in der Mitteilung.

Nach dieser Regelung kann allerdings das Bußtagskonzert ab 2016 nicht mehr am Feiertag selbst – einem Mittwoch – stattfinden. Es soll auf einen Montag verlegt werden, damit die Stadthalle in der stark nachgefragten Novemberwoche für mehrtägige Veranstaltungen gebucht werden kann. Andernfalls würden Kassel Marketing Einnahmen von rund 60 000 Euro entgehen, heißt es.

Im vergangenen Dezember hatten Generalmusikdirektor Patrik Ringborg und Staatstheater-Intendant Thomas Bockelmann diese kommentarlos mitgeteilte Neuregelung kritisiert. Das Bußtagskonzert ist ein seit 1919 in Kassel eingeführtes Konzertformat mit eigens auf diesen Termin abgestimmten Programmen.

In diesem Jahr wird das Bußtagskonzert zum letzten Mal in der Stadthalle stattfinden. 2016 wird es in die Martinskirche verlegt. Über die weitere Zukunft ist noch nicht entschieden. Auch nicht über die Konzerttermine ab der Saison 2017/18. Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen erklärte jedoch, er werde sich „auch künftig für einen sachlichen Kompromiss einsetzen, der die Interessen der Musikfreunde, die Belange des Orchesters und die wirtschaftlichen Interessen der Stadthalle als Ort von kulturellen Veranstaltungen, Kongressen und anderen Ereignissen unter einen Hut bringt“.

Intendant Bockelmann erklärte, es schmerze weiterhin, dass die Bußtagskonzerte ab 2016 aus wirtschaftlichen Erwägungen verlegt werden müssten. Da sich die Stadt aber zur Wichtigkeit der Sinfoniekonzerte in der Stadthalle bekannt und dem Staatstheater langfristige Planungssicherheit zugesagt habe, könne man mit diesem Kompromiss leben.

Von Werner Fritsch

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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