Tagsüber stehen Flächen für Anwohner leer

Parknot an Goethestraße: Freie Plätze für Anwohner, andere Fahrer suchen lange

Kassel. In Kassels bevölkerungsreichstem Stadtteil Vorderer Westen ist Parkplatznot nichts Neues. An der gerade umgebauten Goethestraße ist sie aber besonders groß. Dabei ließe sie sich dort vermutlich entschärfen:

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Während viele Anwohnerparkplätze tagsüber leer stehen, müssen Patienten und Kunden ansässiger Arztpraxen und Geschäfte weit entfernt parken. Eine zeitliche Einschränkung der Anwohnerparkplätze – etwa wochentags von 16 Uhr bis 8 Uhr am Folgetag – lehnt die Stadt ab.

In der Zahnarztpraxis Lepke, Pröpper, Dr. Flachsenberg an der Ecke zur Querallee ist das Problem bekannt. „Wir hören täglich die Beschwerden unserer Patienten“, sagt Verena Dormann, Mitarbeiterin der Praxis. Auch sie und ihre elf Kollegen der Zahnarztpraxis müssten jeden Morgen weit entfernt parken – teilweise an der Goetheanlage.

Parkplatz-Beschwerden von Patienten sind auch in der Augenarztpraxis von Dr. Michael Bentler (Goethestr. 32) an der Tagesordnung. „Die Beschwerden gibt es“, sagte Christiane Heinold-Bentler. Sie gehe davon aus, dass sich die Situation mit dem geplanten Einzug des Justizzentrums im ehemaligen Finanzamt und der Fertigstellung der Wohnanlage an der Reginastraße verschärfen werde. Allerdings halte sie es ebenso für problematisch, die Anwohnerparkplätze zeitlich einzuschränken.

Aktuell gibt es etwa 25 Parkplätze vor dem ehemaligen Finanzamt, auf denen Autofahrer ihr Fahrzeug bis zu zwei Stunden (mit Parkscheibe) abstellen dürfen. Hinzu kommen 16 Parkplätze, die sich auf die Bereiche vor dem Starclub und den Geschäften „Carpe Diem“ und „Casseler Kinderzimmer“ verteilen, auf denen Fahrer ihr Auto ebenfalls für maximal zwei Stunden parken dürfen. Die restlichen Parkflächen im neu gestalteten Bereich der Goethestraße (Murhard- bis Germaniastraße) sind für Anwohner bestimmt. Während unseres Ortstermins am Montag gegen 11.30 Uhr standen 48 Anwohnerparkplätze leer. Alle anderen Parkplätze waren – mit einer Ausnahme – belegt.

Die Zahl der Bewohnerparkplätze an der Goethestraße sei wegen der gestiegenen Nachfrage mit dem Umbau erhöht worden, teilt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich auf HNA-Anfrage mit. Um wie viele, konnte er am Montag nicht beantworten. Der Parkdruck sei so hoch gewesen, da an der Reginastraße mit dem Bau der Wohnanlage 40 private Parkplätze entfallen seien, begründet er die Aufstockung. Es gebe aber in „ausreichendem Maß Kurzparkplätze und unbewirtschaftete Parkplätze in diesem Bereich.“

Eine zeitliche Begrenzung der Bewohnerparkplätze - die es fast nirgendwo in der Stadt gebe - sei nicht sinnvoll, da der Bedarf wegen des sich verändernden Arbeitslebens nicht nur in den Abendstunden bestehe.

Von Bastian Ludwig

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