Öffentliche Verkehrsmittel als Lösung?

Parkplätze sind im Vorderen Westen inzwischen Mangelware

Alles belegt: Die Parkplätze in der Nähe des Diakonissen-Krankenhauses an der Goethestraße sind sehr begehrt und meist belegt.

Kassel. Die Parkplatznot im Stadtteil Vorderer Westen wird immer größer. Denn allein in den Jahren 2009 bis 2013 ist der Pkw-Bestand um neun Prozent gestiegen.

Auf 1000 Einwohner kommen 339 Autos. 466 Anwohnerparkplätzen stehen 625 von der Stadt ausgestellte Anwohnerparkausweise gegenüber. Diese Zahlen stellte Heiko Lehmkuhl von Straßenverkehrs- und Tiefbau jetzt dem Ortsbeirat vor.

Auch die Zahl der Einwohner im Stadtteil ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr 500 auf aktuell 15.800 gestiegen. Ein seit Jahren von den Stadtteilparlamentariern gefordertes Parkraumkonzept hatte Lehmkuhl allerdings nicht im Gepäck. Stattdessen empfahl er einen „umsetzungsorientierten Ansatz“ und beispielsweise mit Eigentümern zu verhandeln, Liegenschaften für zusätzlichen Parkraum freizugeben. Dies könne neben konkreten Parkplätzen und Stellgaragen auch die Doppelnutzung privater Parkplätze beinhalten. „Ich halte das am zielführendsten“, sagte er und warb außerdem für ein Mobilitätskonzept, das gleichzeitig die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und alternative Angebote wie das Fahrradverleihsystem Konrad beinhalten müsse.

Mario Lang (SPD) wies darauf hin, dass viele Anwohnerparkplätze tagsüber leer stünden und bekräftigte noch einmal seine Forderung, diese für einen bestimmten Zeitraum freizugeben, etwa für Kunden des Ärztehauses im Bereich der Goethestraße. Willi Schaumann (Grüne) ist der Ansicht, dass der hohe Parkdruck auch durch Menschen entsteht, die beispielsweise Kurse im Diakonissen-Krankenhaus belegen oder Veranstaltungen in der Stadthalle besuchen. „Die Hälfte der Parker im Bereich der Goethestraße kommen aus dem Umland“, sagte er.

Andreas Schmitz vom Verein Kassel-West sprach sich dafür aus, auch die vorhandenen Parkplätze effektiver zu nutzen. So würden kostenpflichtige Parkflächen etwa in Tiefgaragen kaum genutzt. Ein Mobilitätskonzept hält auch er für den richten Ansatz. „Der Vordere Westen hat eine hervorragende ÖPNV-Erschließung“, sagt er. Auch er wies darauf hin, dass die Parkplätze im Stadtteil von vielen Pendlern genutzt würden. Dr. Hans-Helmut Nolte (Grüne) regte an, dass Menschen aus dem Umland den ÖPNV nutzen sollten, um in den Stadtteil zu gelangen. Dem widersprach Dominique Kalb (CDU). Man dürfe keine Verkehrserziehung betreiben und müsse das Problem möglichst ideologiefrei angehen. „Aber eine stärkere ÖPNV-Nutzung ist natürlich begrüßenswert“, sagte er. Der Ortsbeirat beschloss einstimmig die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft, die mit anderen Akteuren des Stadtteils ein Mobilitätskonzept erarbeiten soll. Weiterverfolgt werden soll auch das Car-Sharing-Konzept. Laut dem stellvertretenden Ortsvorsteher Lang sollen die Autos künftig an privilegierten, gut sichtbareren Stellen stehen. Das Projekt sei am Werden, es gebe gute Ansätze, sagte er.

Von Mirko Konrad

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.