Ärger wegen fehlenden Parkplätzen im Vorderen Westen

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Alles zugeparkt: An manchen Tagen sind im Vorderen Westen wie hier an der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Karl-Marx- und Bebelplatz kaum noch freie Parkplätze zu finden. Auch rund um die Stadthalle und die Goethestraße wird es oft eng.

Vorderer Westen. Autos, die in der zweiten Reihe parken, und genervte Kunden, die vergebens nach einem Parkplatz suchen: Im Herzen des Vorderen Westens sind Parkplätze knapp.

Besonders bemerkbar macht sich das samstags, wenn alle fürs Wochenende einkaufen und sich nur mit Glück ein Parkplatz ergattern lässt.

Anita Beck, die früher eine Brennstofhandlung in der Lassallestraße betrieb und nun in Süsterfeld-Helleböhn wohnt, kennt das Problem. „Ich kaufe gerne hier ein“, sagt sie. „Aber ich muss meilenweit laufen.“

Damit die Kunden ihre Einkäufe nicht so weit tragen müssen, stellen sich Geschäftsfrau Helene Sonnenschein („Das Landhaus“) und ihre Mitarbeiter auch schon mal mit den vollen Einkaufstüten an die Straße. Dort warten sie, bis die Kunden mit dem Auto vorbeikommen, in der zweiten Reihe kurz anhalten und ihre Einkäufe entgegen nehmen. Sie selbst müsse Ware oft über weite Strecken mit einer Schubkarrre ins Geschäft transportieren. „Und abends bekomme ich gar keinen Parkplatz mehr“, sagt sie.

Solche Klagen bekommt auch Holger Witte vom Amt für Straßenverkehr und Tiefbau immer öfter zu hören. „Die Unmutsbekundungen haben zugenommen“, sagt er. Auch Ortsvorsteher Wolfgang Rudolph.

Der dicht besiedelte Vorderere Westen mit seinen 16 000 Einwohnern sei vergleichbar mit den Berliner Bezirken Kreuzberg und Neukölln. Rudolph spricht von einem Verteilungskampf, der sich an vielen Stellen im Stadtteil abspielt. Etwa rund um die Goethestraße, wo Bewohner, Arbeitnehmer, Kunden und Kneipenbesucher auf Stellplätze angewiesen sind. Als das ehemalige Finanzamtsgebäude dort leer stand, sei die Situation wesentlich entspannter gewesen. Die Räume werden übergangsweise vom Amtsgericht genutzt, dessen Stammhaus saniert wird.

Probleme gibt es auch rund um die Stadthalle. Ortsbeirat und die Tagungszentrum Stadthalle Kassel (TSK) GmbH wollen laut Rudolph im Spätsommer, wenn der Stadthallenanbau in Betrieb ist, einen Plan für diesen Bereich vorlegen. Die Ideen reichen von einem Kombi-Ticket, das Kassel Marketing zusammen mit der KVG für Aussteller einführen soll, über die Neuordnung des Anwohnerparkens bis hin zur möglichen Öffnung von Firmenparkplätzen abends und am Wochenende. „Jede kleine Veränderung wirkt sich aus“, sagt Rudolph.

Ortsbeirat und der Verein Kassel-West wollen die größeren Arbeitgeber im Stadtteil zudem davon überzeugen, Mitarbeitern Angebote wie Jobtickets zu machen.

Engpässe gibt es auch rund um die Samuel-Beckett-Anlage. Mit der Bebauung des ehemaligen Bereitschaftspolizeigeländes ist Parkraum verschwunden, der Bedarf aber gewachsen. „Da ist noch viel zu tun“, sagt der Ortsvorsteher. Man müsse aufpassen, dass bei neuen Projekten nicht allzu viele Stellplätze geopfert werden. (els)

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