Prozess: Vater und Sohn verprügelten gleich zwei Taxifahrer

Sollen die Taxifahrer verprügelt haben: Der 41-jährige Vater aus Baunatal und sein 22-jähriger Sohn. Sie mussten sich am Donnerstag vor dem Kasseler Amtsgericht verantworten. Zeichnung: Reinckens

Baunatal/Kassel. Vater und Sohn sitzen seit Donnerstag auf der Anklagebank des Amtsgerichts Kassel. Gefährliche Körperverletzung lautet der Vorwurf, nachdem sie erst einen Minicar-Fahrer und später einen Taxifahrer verprügelten.

Sie ließen sich am 1. Februar 2014  zuerst vom Club 22 in den Club Caramel fahren. Als sich die mehr oder weniger betrunkene Geburtstagsgesellschaft später nach Baunatal bringen ließ, verprügelten die beiden einen zweiten Taxifahrer, der eine Gehirnerschütterung und Prellungen erlitt.

Einmütig stellten sich der 41-Jährige und sein 22-jähriger Sohn als Opfer der Umstände dar. „Die verfolgte Unschuld“, wie es der Staatsanwalt kommentierte. In einer Stretch-Limousine hatten sie vorher zu sechst den Geburtstag seines Freundes mit reichlich Alkohol gefeiert, berichtete der 41-Jährige. Mit von der Partie waren seine Frau, sein 22-jähriger Sohn, sein Freund, der Geburtstag hatte, sowie dessen Sohn und seine Freundin.

Die fünf Euro Großraumzuschlag, die der Minicar-Fahrer wegen der sechs Insassen forderte und weil er seinen Namen nicht auf der Quittung vermerkte, brachten den 41-Jährigen zunächst in Wallung. Nach einer Diskussion öffnete der Fahrer den Kofferraum, um - wie er erklärte - einen Kindersitz nach vorn zu holen. Im Kofferraum lag ein Schlagstock, der kurz in den Mittelpunkt des Gerangels mit Vater und Sohn geriet, irgendwann zu Boden fiel.

„Ich habe noch nie so eine Aktion gesehen.“ 

Der Versuch, die beiden Hitzköpfe mit Pfefferspray zur Räson zu bringen, blieb erfolglos. Sie hinderten ihn an der Flucht ins Auto, verprügelten ihn und donnerten ihm den Schlagstock auf den Arm.

Ein Caramel-Türsteher eilte dem Fahrer zu Hilfe, kurze Zeit später kam die Polizei. Ein Atemtest ergab beim Vater 2,6 und beim Sohn knapp 1,3 Promille Alkohol im Blut. „Ich habe noch nie so eine Aktion gesehen“, berichtete ein Türsteher. Hätte ihm jemand gesagt, dass es um zehn Euro geht, „hätte ich ihm das gegeben“.

Wegen der Kosten für die Reinigung der Taxitür, auf die sich das Geburtstagskind erbrochen hatte, eskalierte es nach der Heimfahrt nach Baunatal. Der Taxifahrer, ein 25-jähriger Student, den Vater und Sohn wegen der Reinigungskosten in Höhe von 150 Euro (Taxifahrer) oder 300 Euro (41-jähriger Angeklagter) verprügelten, gab elf Monate nach dem Vorfall das Taxifahren auf.

Weiterer Termin 

Ein Urteil gab es während der Verhandlung noch nicht, dieses soll bei einem weiteren Verhandlungstermin folgen.

Von Alexandra Lache-Elsen

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