23 Säulen zeigen den Stadtteil

Infopfeiler führen auf zwei Routen durch den Vorderen Westen

Stadtteil neu kennenlernen: Die Passantin Andrea Löher aus Kassel schaut sich die Infosäule am Bebelplatz an. Von hier starten die Führungen. Fotos: Sasse

Vorderer Westen. Dem ein oder anderen sind sie vielleicht schon aufgefallen: Grüne Infosäulen stehen beispielsweise an der Samuel-Beckett-Anlage und am Bebelplatz im Vorderen Westen.

Es ist eine Aktion zur Stadtteilwoche zur 1100-Jahrfeier der Stadt. „Die Säulen stehen an 23 Stellen im Stadtteil“, sagt Franziska Flögel. Sie ist Mitglied des Arbeitskreises Stadtteilentwicklung, des Vereins Kassel West, der die Infotafeln zum Thema Städtebau und Architektur organisiert hat. Auf zwei Routen führen die Säulen durch den Stadtteil. Startpunkt ist immer der Bebelplatz. Route A führt beispielsweise an der Stadthalle, der Goetheanlage und dem Berliner Platz vorbei. Route B am Karl-Marx-Platz und am Luisenplatz.

Drei Jahrhunderte

Eigentlich beginnt die Stadtteilwoche im Vorderen Westen zwar erst am Samstag, 26. Oktober. Doch noch ist das Wetter schön. Und so dachte sich die Gruppe: „Die Menschen machen jetzt Spaziergänge und nicht in der dunklen Jahreszeit“, sagt Franziska Flögel. Die Infosäulen stehen unter dem Motto 19 – 20 – 21. Dabei steht die 19 für das 19. Jahrhundert, die Zeit der Entstehung des Vorderen Westens und die Stadtplanung von Siegmund Aschrott, die 20 steht für die Gegenwart und die 21 für die Zukunft. „Jede Station hat drei zeitliche Aspekte“ erklärt Holger Möller. Er ist Stadtplaner und Sprecher des Arbeitskreises.

Am Punkt Kölnische Straße/Tannenwäldchen sind beispielsweise Sitzsteine zu sehen. Dort haben sich früher die Bauern ausgeruht, wenn sie ihre Waren in die Stadt getragen haben. „Es gibt viele Punkte die Menschen in Kassel nicht kennen“, sagt Franziska Flögel. Auch diese sollen gezeigt werden. Bei dem Projekt hat der Arbeitskreis auch mit dem Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Uni Kassel zusammengearbeitet. Die hat unter anderem ein Geo-Caching-Spiel entwickelt, mit dem die einzelnen Säulen aufgesucht werden können. QR-Codes können mit dem Smartphone gelesen werden und bieten Besuchern weitere Informationen. Die können aber auch so im Internet unter www.geo-west.de eingesehen werden. Dem Arbeitskreis gehören zwischen 15 und 20 Personen an, der harte Kern besteht aus zehn Personen. In der Endphase des Projektes haben sie sich wöchentlich getroffen. Doch auch Schulen und ein Kindergarten haben sich an der Gestaltung beteiligt. „Wir wollen, dass der Bürger mehr weiß über seinen Stadtteil“, sagt Holger Möller.

An drei Wochenenden, 26. bis 27. Oktober, 2. bis 3. November und 9. bis 10. November, werden zudem Führungen für beide Routen angeboten. Los geht es samstags und sonntags um 14 Uhr am Bebelplatz. Es ist zudem möglich, im Oktober Führungen zu vereinbaren. Das geht unter moeller@bas-kassel.com.

Von Lara Sasse

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