Ziel: Überschwemmungen wie 2014 verhindern

Schutz vor Hochwasser: Kasselwasser installiert Technik

Schutz vor Überschwemmungen: Hinter dem Bundessozialgericht verschwindet die Drusel in einem Kanal. Dieser hatte sich 2014 zugesetzt. Ein neuer Rechen soll dies verhindern.

Vorderer Westen. Hinter dem Bundessozialgericht in Kassel verschwindet die Drusel in einem Kanal. Dieser hatte sich 2014 zugesetzt. Ein neuer Rechen soll dies verhindern.

Das Unwetter im Juni 2014 hatte die Drusel in einen Strom verwandelt, der Stämme, Äste und Blätter mit sich riss. Weil diese sich unter anderem vor der Kanalöffnung der Drusel hinter dem Bundessozialgericht festsetzten und diese verstopften, stieg das Wasser immer weiter. Der Pegelstand erreichte die Wohnhäuser an der benachbarten Heerstraße und ein Umspannwerk, was für einen Stromausfall sorgte. Um noch besser auf Hochwasser vorbereitet zu sein und Schäden zukünftig möglichst zu vermeiden, rüstet Kasselwasser nun nach.

Mit einer verbesserten Rechenanlage soll verhindert werden, dass sich die Kanäle in der Stadt nach heftigen Regenfällen zusetzen. An der Drusel ist ein erster Schritt getan. Bis Ende Februar soll die neue Technik für 50.000 Euro installiert sein, sagt Tobias Rottmann von Kasselwasser.

Im Juni 2014: Die Drusel war im Bereich hinter dem Bundessozialgericht über die Ufer getreten, weil ein Kanal verstopft war.

Zwei hintereinander stehende Rechen, die durch Mitarbeiter regelmäßig von angeschwemmtem Material befreit werden, sollen dafür sorgen, dass die Wassermassen ungehindert in die Kanalisation fließen können. Denn wenn es zu einem Rückstau kommt, kann das Abwasser schlimmstenfalls über Schächte und Straßenabläufe an der Straßenoberfläche austreten oder gar in die Keller der umliegenden Häuser gelangen.

Um dies zu vermeiden, sollten Hauseigentümer Rückstausicherungen einbauen lassen, sagt Rottmann. Unterlassen Eigentümer dies, seien sie nach geltendem Recht gegenüber Mietern für eventuell entstehende Schäden haftbar.

Heute: Dieses Bild zeigt die kleine Brücke über die Drusel aus gleicher Perspektive wie das Hochwasserfoto.

Eine neue Rechenanlage soll ab Sommer auch am Angersbach an der Angersbachstraße in Rothenditmold gebaut werden. Ob an weiteren Standorten ebenfalls Umbauten nötig sind, wird geprüft.

Uwe Neuschäfer, technischer Abteilungsleiter bei Kasselwasser, geht davon aus, dass es in Kassel immer wieder zu Überlastungen des Kanalnetzes kommen wird. Die Kanalisation könne schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht für Extremwetterlagen ausgerichtet werden. Auch wenn sich diese in den vergangenen Jahren gehäuft hätten.

Um sich mit 50 anderen Städten und Gemeinden abzustimmen, welche Möglichkeiten es noch gibt, um besser auf Hochwasser vorbereitet zu sein, hat sich gestern ein Netzwerk von Kanalnetzbetreibern aus ganz Deutschland in Kassel beraten.

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