Vorteile auch abseits Pandemie

Digitale Gottesdienste: Seit Corona ist die Kasseler Kreuzkirche immer online

Kirchenvorsteher Jasper Kschamer (links) überträgt seit eineinhalb Jahren alle Gottesdienste aus der Kreuzkirche live ins Netz, hier den Freitagabendgottesdienst mit Pfarrer Joachim Baier.
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Live aus dem Gotteshaus: Kirchenvorsteher Jasper Kschamer (links) überträgt seit eineinhalb Jahren alle Gottesdienste aus der Kreuzkirche live ins Netz, hier den Freitagabendgottesdienst mit Pfarrer Joachim Baier.

Nun, da die Corona- Situation sich wieder verschärft, ist die evangelische Kreuzkirche nahtlos am Start mit ihrem Online-Angebot: Seit eineinhalb Jahren überträgt die evangelische Gemeinde alle Gottesdienste live über ihren Youtube-Kanal.

Als eine von wenigen Gemeinden in Kassel hat Kreuzkirche das digitale Angebot auch über die Lockdowns hinaus fortgesetzt. Auch wenn die Pandemie eines Tages vorbei sei, wolle man die Live-Streams beibehalten, sagt Pfarrer Joachim Baier.

Denn was aus der Not geboren war, um Menschen in der Coronazeit am Gottesdienst teilhaben zu lassen, habe sich als echter Mehrwert erwiesen.

So können nicht nur erkrankte Gemeindemitglieder oder Langschläfer den Gottesdienst von zuhause aus verfolgen. Die Live-Übertragung erlaubt es auch Freunden und Verwandten aus der Ferne an Taufe, Hochzeit oder Konfirmation ihrer Lieben in Kassel teilzunehmen. Sogar aus Südamerika hätten schon Zuschauer den Gottesdienst verfolgt, sagt Kirchenvorsteher Jasper Kschamer.

Vor allem ihm es zu verdanken, dass mit dem Glockenläuten zum Gottesdienst immer auch ein Livestream startet. Der 37-Jährige kümmert sich um die Technik. Was mit einer reinen Audioübertragung begann und sich mit Bildern einer einzelnen Webcam fortsetzte, besteht inzwischen aus den live zusammengestellten Aufnahmen von vier bis fünf Handykameras. Sogar Liedtexte und Lesungen blendet Kschamer ein. „Das hat sich irgendwie verselbstständigt“, sagt er und lächelt bescheiden.

Seit Mai 2020 hat der Vater von drei Kindern keinen Gottesdienst verpasst und insgesamt 91 Videos aus der Kreuzkirche produziert. Alle sind vier Wochen im Netz abrufbar. Spitzenreiter mit fast 300 Zugriffen war die Christvesper im vorigen Jahr. Im Schnitt werden die Videos um die 30 Mal aufgerufen.

Nicht nur im Digitalen hat die Gemeinde neue Impulse bekommen. Eine Folge der Pandemie sind auch die Freitagabend-Gottesdienste. Um trotz Corona sonntags weiterhin der eritreisch-orthodoxen Gemeinde Gastfreundschaft zu gewähren, weicht die Kreuzkirche alle zwei Wochen auf den Termin am Ende der Arbeitswoche aus. Das haben Pfarrer Baier und seine Kollegin Cornelia Risch genutzt, um auch freiere Gottesdienstformen auszuprobieren. Inzwischen predigen sie freitags besonders gern. (Katja Rudolph)

kreuzkirche-kassel.de

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