Planungen auch für Silvester-Menü

Sternekoch aus Berlin bleibt länger im Kasseler Da Vinci

Starten kulinarisch durch: Von links Da-Vinci-Inhaber Gianluca Luciano, Küchenchef Jonathan Koch und Christian Lohse, der schon mehrmals zwei Michelin-Sterne erkocht hat, aber auch ein tolles Szegediner Gulasch serviert.
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Starten kulinarisch durch: Von links Da-Vinci-Inhaber Gianluca Luciano, Küchenchef Jonathan Koch und Christian Lohse, der schon mehrmals zwei Michelin-Sterne erkocht hat, aber auch ein tolles Szegediner Gulasch serviert.

Wegen großer Nachfrage hat das Restaurant Da Vinci die ersten Gastspiel-Einsätze mit dem Berliner Zwei-Sterne-Koch Christian Lohse verlängert. Es gibt nun auch Pläne für eine Silvestermenü.

Kassel – In der Küche des Restaurants Da Vinci im Vorderen Westen ist prominente Unterstützung angekommen: Der Berliner TV- und Zwei-Sterne-Koch Christian Lohse sorgt dort neuerdings tageweise für Glanzlichter auf den Tellern. Nicht nur dort schmeckt die ungewöhnliche Gastro-Partnerschaft nach mehr: Waren für diese Woche vorerst nur zwei Einsatztage des Kochstars aus Berlin geplant, wird Lohse nun wegen vieler Reservierungsanfragen bis einschließlich Samstag mit dem Da-Vinci-Team für die Gäste kochen.

Die haben mit atmosphärischer Haute-Cuisine-Steifheit allerdings nicht zu rechnen, wie bei den Vorbereitungen am Wochenbeginn deutlich wurde. Zur lässig-heiteren Stimmung im kleinen Kreis der Da-Vinci-Crew reichte Lohse einen wahren Seelenwärmer aus der Küche: Szegediner Gulasch, in allen Komponenten des ungarischen Klassikers aromatisch präzise, schnickschnackfrei, göttlich.

Das muss man auch mit einem richtigen Löffel voll schmecken können, meinte Lohse: Aroma-Komponenten als „neun kleine Kleckse auf dem Teller“ finde er inzwischen oldschool. Und auch vom rauen Regiment, das für Sterneküchen häufig charakteristisch ist, will der langjährige Träger höchster Michelin-Weihen Abstand halten: „In der Küche muss es ruhig zugehen“, findet er heute.

Kollegial-entspannt war so auch der Vorbereitungsablauf zwischen Lohse und Da-Vinci-Küchenchef Jonathan Koch, der die Personalie spannend findet: „Von jemandem mit so einer Erfahrung können wir eine Menge lernen.“

Jonathan Kochs Schwester Katharina, Inhaberin der Landfleischerei Koch in Calden, kennt Christian Lohse schon länger und ist nicht ganz unbeteiligt daran, dass die Partnerschaft des Küchenstars mit dem Da Vinci zustande kam. Dass Lohse sich dann aber so intensiv auf seinen nordhessischen Wirkungskreis einlässt, dass er am Montag frühmorgens gegen fünf Uhr in Calden beim Schweineschlachten hospitierte, findet Katharina Koch aller Ehren wert: „Die besten Teile hat sich Christian gleich vor Ort ausgesucht.“

Manches davon kam etwa als Ravioli-Füllung gleich zum Einsatz beim Sechs-Gang-Menü, mit dem Lohse am Dienstagabend seinen Einstand beim Restaurantpublikum gab. Die Speisefolge unter anderem mit Kabeljau und geschmolzenem Lauch, Beurre blanc und Verjus, Kalbshaxe mit Salsa verde sowie Ziegenfrischkäse mit Brick-Tartelette und eingemachten Amalfi-Zitronen war für 122 Euro buchbar gewesen.

Bis einschließlich Samstag werden tagesfrisch gekochte Lohse-Gerichte nun à la carte angeboten, was dann auch preislich Auswahlmöglichkeiten bietet. Die Stilistik dabei sei volkstümlich, aber edel – eine „Cucina popolare mit Sterne-Schliff“, wie Lohse es italianisierend beschreibt.

Von Donnerstag bis Sonntag sei dafür aktuell noch eine Reihe von Plätzen buchbar, sagt Da-Vinci-Inhaber Gianluca Luciano. Und wie geht es dann weiter? „Wir fangen an, uns auf die documenta vorzubereiten“ – zunächst mit einigen Lohse-Gastspieltagen im Januar und Februar.

Ab Frühjahr soll sich die prominente Handschrift in dem Kasseler Restaurant dann so weit etabliert haben, dass das internationale Publikum der Weltkunstschau das Da Vinci als herausgehobene Adresse zum Essengehen auf dem Schirm hat.

Aber zuvor könnte es noch einen kulinarischen Highlight-Termin geben: Luciano und Lohse denken aktuell wohlwollend darüber nach, im Da Vinci auch ein Silvestermenü mit Sterneküchen-Appeal anzubieten. (Axel Schwarz)

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