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Stundenlanger Auto-Alarm treibt Anwohner am Bebelplatz in den Wahnsinn

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Von: Axel Schwarz

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Nach fast fünf Stunden Alarm-Beschallung lässt die Stadtpolizei ein E-Auto in Kassel wegen Lärmbelästigung abschleppen, nachdem der Fahrzeugbesitzer telefonisch nicht zu erreichen war.

Kassel – Fast fünf Stunden lang hat am Dienstagmorgen der durchdringende Ton einer Auto-Alarmanlage viele Anwohner an der Ecke Bebelplatz und Dörnbergstraße genervt. Ihre Hoffnung, dass irgendwann der Pkw-Besitzer auftauchen und dem lärmigen Treiben ein Ende machen möge, war Stunde um Stunde vergebens.

Wie Quartiersbewohner später der Stadtpolizei berichteten, soll der schrille Alarm bereits um 6 Uhr in der Frühe losgegangen sein. Er ging von einem E-Auto vom Typ Ioniq 5 aus, das laut Kennzeichen im Kasseler Umland angemeldet ist.

Menschen am Bebelplatz in Kassel flüchten in Geschäfte: Endloser Auto-Alarm entnervt die Besucher

Als Calogera Alfonso um 9 Uhr ihren Dienst im Spezialitätengeschäft Sapori d’Italia antrat, hatten sich Stammgäste, die üblicherweise rauchend und Kaffee trinkend das Treiben auf dem Bebelplatz in Kassel verfolgen, schon genervt ins Innere des Geschäfts verzogen – der Krach hörte und hörte nicht auf.

Lärm-Mobil war an der Dörnbergstraße geparkt: Von dem stahlblauen Ioniq 5 ging der Alarm-Krach seit 6 Uhr in der Frühe aus. An der Ecke zum Bebelplatz beraten Stadtpolizisten über das weitere Vorgehen.
Lärm-Mobil war an der Dörnbergstraße geparkt: Von dem stahlblauen Ioniq 5 ging der Alarm-Krach seit 6 Uhr in der Frühe aus. © Katja Rudolph

„Hier drinnen geht es, solange keiner die Tür aufmacht“, sagte die Betreiberin am Telefon gegen viertel nach zehn. Mit dem Hörer in der Hand ging sie ein paar Schritte aus dem Laden in die Dörnbergstraße hinein – selbst auf diesem Übertragungsweg war der schwirrende Nerv-Ton laut und lästig.

Autoalarmanlage nervt Menschen in Kassel: Fahrzeug muss abgeschleppt werden

Draußen hatten sich seit einiger Zeit vier Stadtpolizisten eingefunden, redeten mit Anwohnern und versuchten das Lärmproblem zu lösen. Wie ein Rathaussprecher später auf HNA-Anfrage mitteilte, hatten die Ordnungshüter zwar die Handynummer des Fahrzeughalters ermitteln können, diesen jedoch trotz mehrmaliger Anrufversuche nicht erreicht.

Wegen der anhaltenden und „massiven Lärmbelästigung der Anwohner“ sei dann gegen 9.30 Uhr entschieden worden, die Abschleppung des Lärm-Mobils in Auftrag zu geben.

Halter des Alarm-Autos in Kassel muss für Abschleppkosten aufkommen

Bis ein Abschleppwagen frei und vor Ort war, hat es dann noch über eine Stunde gedauert: Erst gegen 10.50 Uhr wurde der immer noch laut piepende Pkw entfernt. Wenig später hat die Stadtpolizei schließlich den Halter erreicht – und ihm eröffnet, dass er für die Kosten des Einsatzes aufkommen muss.

Da war am Bebelplatz schon wieder die ersehnte Ruhe eingekehrt. „Wunderbar“ fand das Calogera Alfonso vom Sapori d’Italia. Denn „das ist wirklich ganz schön nervig gewesen“.

Zu tun gibt es für die Polizei in der Region im Augenblick genug. In Eschwege suchen die Beamten derzeit nach einem Ladendieb, der am Samstag, 17. Dezember einen Supermarkt verließ, ohne zu bezahlen. (Axel Schwarz)

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