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Engagiertes Ortsbeiratsmitglied gestorben: Trauer um Willi Schaumann

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Von: Christina Hein

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Willi Schaumann, Kassel, ist tot.
Willi Schaumann ist tot. © Christina Hein

Ortsbeiratsmitglied im Vorderen Westen, Willi Schaumann, ist mit 80 Jahren gestorben. Er gehörte zu den lang gedienten Stadtteilpolitikern Kassels.

Vorderer Westen – Trauer um Willi Schaumann: Als zur jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Vorderer Westen Vorsteher Steffen Müller und sein Stellvertreter Mario Lang mit schwarzen Trauerbinden am Arm erschienen und die Nachricht vom Tod des langjährigen Ortsbeiratsmitglieds überbrachten, waren die Betroffenheit und der Schock groß. Der Mitstreiter im Stadtteilparlament war von allen geschätzt und geachtet, zeichnete er sich doch durch unerschütterliche Freundlichkeit und Ruhe sowie konstruktive Mitarbeit aus.

Willi Schaumann starb am 8. November im Alter von 80 Jahren in Folge einer Krebserkrankung. Er gehörte zu den lang gedienten Stadtteilpolitikern Kassels. Von 1989 an war er mit Unterbrechungen im Ortsbeirat West für die Grünen aktiv. „Willi Schaumann war für uns immer eine Stimme der Ruhe und Vernunft“, sagt Steffen Müller: „Mit seiner langjährigen Erfahrung konnte er viele Konflikte schon im Vorhinein lösen.“ Noch wenige Wochen vor seinem Tod hatte er im Ortsbeirat gesessen. Wie sehr ihm – bis zum Schluss – das Engagement für seinen Stadtteil, in dem er so gerne lebte, wichtig war, machte Hans Helmut Nolte deutlich. Zuletzt habe er einen von Schaumann beschriebenen Zettel im Briefkasten gefunden, erzählt er. Darauf stand „Förster – Kleinmosaik“. Es war die Aufforderung, den Leiter des Straßenverkehrsamts Georg Förster, der zur jüngsten Ortsbeiratssitzung anwesend war, daran zu erinnern, sich für den Erhalt des Kleinmosaiks einzusetzen. Dieser einzigartige historische Straßenschmuck war Schaumann eine Herzensangelegenheit. Zusammen mit Nolte hatte er sich dafür stark gemacht und dokumentarische Vorarbeit geleistet, dass der Ortsbeirat für die Pflege des Kleinmosaiks seine Dispomittel zur Verfügung stellt. Auch für den Filmladen setzte sich Schaumann ein.

Willi Schaumann hat bis zu seiner Pensionierung als Lehrer für Geschichte an der Offenen Schule Waldau gearbeitet. Ortsvorsteher Müller ist einer seiner ehemaligen Schüler. Auch im beruflichen Ruhestand leistet er vielfach Hausaufgabenhilfe, begleitete Jugendliche in der Ausbildung und engagierte sich für junge Geflüchtete.

Neben seiner Liebe für den Vorderen Westen schätzte er es, Zeit in seinem Schrebergarten in Wilhelmshöhe zu verbringen. Der passionierte Fußgänger war ein Bücherfreund und Mitbegründer sowie Vorstandsmitglied der Kasseler Samuel-Beckett-Gesellschaft. Für Menschenrechte engagierte er sch bei Amnesty international. Willi Schaumann hinterlässt seine Frau.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am 9. 12. 2022 um 12 Uhr

auf dem Friedhof Wehlheiden statt

(Christina Hein)

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