Holzbaufirma arbeitet im Vorderen Westen

Turmbau zu Kassel: Neun Meter hohe Spitze für Altbau rekonstruiert

Höhepunkte des Handwerks: Hilmar Hendrich, Geschäftsführer von Holzbau Hendrich, und sein Kollege Frank Hüschenbett vor der Turmspitze. Im Hintergrund steht deren unterer Teil. Fotos: Ludwig, privat

Kassel. Sie ist einige Zentimeter größer als die Herkules-Figur und wird ab Mitte Mai im Vorderen Westen weithin sichtbar sein: Eine knapp neun Meter hohe Spitze wird wieder aufgebaut.

Sie zierte ursprünglich den Altbau an der Friedrich-Ebert-Straße/ Ecke Querallee und wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Dies ist sicher der auffälligste Teil der umfassenden Sanierung des 125 Jahre alten Gebäudes, in dem seit den 1970er-Jahren die Pizzeria „Pinocchio“ beheimatet ist.

Den Auftrag für den Turmbau hat die Fuldabrücker Firma Holzbau Hendrich erhalten. Deren Mitarbeiter bauen derzeit anhand von Entwürfen des Kasseler Architekten Meinrad Ladleif die Konstruktion.

Mitte Mai hebt Spitze ab

Platten kommen ab: Die alte Fassade wird freigelegt.

In der Nacht vom 18. auf den 19. Mai wird sie mit einem Kran auf das 20 Meter hohe Gebäude Friedrich-Ebert-Straße 96 gehievt. Für die Arbeiten muss die Kreuzung in den Nachtstunden für den Auto- und Straßenbahnverkehr gesperrt werden.

Bis dahin sind im Fuldabrücker Unternehmen aber noch einige Handgriffe zu erledigen. „Ein solcher Auftrag ist auch für uns etwas Besonderes. Das wird ein Hingucker“, sagt Geschäftsführer Hilmar Hendrich. In Hendrichs Werkstatt ist Zimmermeister Gerd Dedenbach mit seinen etwa dreieinhalb dauernden Arbeiten an der Holzkonstruktion bereits weit fortgeschritten. Anschließend wird der hölzerne Unterbau von der Kasseler Bauklempnerei Kühne mit Kupferblech verkleidet. Eine kupferne Spitze mit einer Kugel bildet den Höhepunkt.

So soll es wieder werden: Der Altbau an der Friedrich-Ebert-Straße/ Ecke Querallee erhält seine im Krieg zerstörte Spitze zurück.

Die Montage des neuen Dachaufbaus ist durchgeplant. Der vorhandene Zwiebelturm wird oben geöffnet, die Spitze darauf gesetzt und mit den Holzbalken des Turms verbolzt. An der Holzkonstruktion unter dem Turm seien die Spuren des Kriegs bis heute zu sehen, sagt Hendrich. Mehrere Balken seien angekokelt. Auch die Turmkonstruktion wird deshalb aufgearbeitet.

Die gerade begonnene Sanierung des Altbaus, bei der auch die alte Fassade freigelegt wird, dauert bis Ende Juli.

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