Fahrer bleibt unverletzt

Kurioser Unfall in Kassel: Spaziergänger erstaunt über Loch in Litfaßsäule - Polizei löst das Rätsel

Hat es erwischt: die zerstörte Litfaßsäule an der Freiherr-vom-Stein-Straße auf der Höhe der Heinrich-Schütz-Schule.
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Hat es erwischt: die zerstörte Litfaßsäule an der Freiherr-vom-Stein-Straße auf der Höhe der Heinrich-Schütz-Schule.

Ein riesiges Loch in einer Litfaßsäule im Vorderen Westen in Kassel lässt Spaziergänger staunen. Wie konnte das passieren? Die Polizei klärt es auf.

Kassel - Nackig weiß standen sie zu Beginn der Pandemie an allen Straßenecken. Sie hatten ihren Job verloren, weil es kaum mehr Veranstaltungen gab: Litfaßsäulen haben in Coronazeiten kein leichtes Dasein. Besonders schwer getroffen aber hat es dieses Exemplar im Vorderen Westen gegenüber der Heinrich-Schütz-Schule. Ein großes Loch klafft im oberen Bereich der steinernen Säule. Nicht nur vorbeikommende Spaziergänger fragen sich: Was war denn da los?

War da etwa Jürgen Klinsmann am Werk, der einst als Spieler des FC Bayern München nach einer Auswechselung mit einem Tritt gegen die Tonne für Aufsehen sorgte? Wollte da vielleicht einfach jemand wissen, ob so eine Betonsäule von innen eigentlich hohl ist? Oder hat die analoge Werbemaßnahme ihren Zenit überschritten? Im Grunde liegt die Sache auf der Hand: Nur mit massiver Gewalt lässt sich dieses Ding so zerstören.

Litfaßsäule in Kassel zerstört - Polizei löst das Rätsel

Die Säule besteht aus Betonringen, die ineinander verkeilt sind, heißt es auf Anfrage vom Werbeunternehmen Ströer, das auch für 180 Litfaßsäulen in der Stadt Kassel zuständig ist. Leichtsinniger Vandalismus scheidet also als Ursache aus. Zumal sich am Boden neben zahlreichen Steinbrocken am Mittwochmorgen auch noch einige Splitter und ein Spiegel befinden. Die Polizei löst auf Anfrage das Rätsel: Ein Lastwagenfahrer aus dem Kreis Soest war am frühen Dienstagnachmittag auf der Freiherr-vom-Stein-Straße in Richtung Friedrich-Ebert-Straße unterwegs – offensichtlich wohl nicht ganz ortskundig und sich nicht den Ausmaßen seines Fahrzeugs mit Spezialaufbau bewusst.

Als den 57-jährigen Lastwagenfahrer eine Straßenbahn überholte, fuhr er deshalb nach rechts. Allerdings so weit nach rechts, dass der Aufbau seines Lastwagens die zwischen Fahrbahn und Bürgersteig befindliche Litfaßsäule streifte. Die Polizei schätzt den Schaden an Säule und Fahrzeug auf jeweils 3000 Euro. Der Fahrer blieb glücklicherweise unverletzt.

Lkw-Fahrer reißt Loch in Litfaßsäule - Schaden soll schnell repariert werden

Der zerstörte Betonring an der Säule im Vorderen Westen werde jetzt schnellstmöglich repariert, heißt es vom Außenwerbeunternehmen Ströer. Dazu werde der defekte Betonring ausgetauscht und durch einen neuen Ring ersetzt. Bei den Maßnahmen handele es sich um Routinearbeiten, heißt es. Das zeigt also, dass Litfaßsäulen auch im digitalen Zeitalter noch nicht ausgedient haben. Zum Glück sind sie Dinger ja eigentlich auch nicht so leicht kaputt zu kriegen. Zumindest, wenn man keinen Lastwagen mit Spezialaufbau hat. (Kathrin Meyer)

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