Kritik am Wegfall der Parkplätze

Viele Fragen zur neuen Goethestraße: Anwohner haben jetzt längere Wege

Letzte Arbeiten: Die Goethestraße ist zur Fahrradstraße umgebaut worden.
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Letzte Arbeiten: Die Goethestraße ist zur Fahrradstraße umgebaut worden.

Nachdem der Umbau der Goethestraße zur Fahrradstraße fast abgeschlossen ist, tun sich vor allem bei den Anwohnern der umliegenden Straßen Fragen auf.

Im Grunde sei die Diakonissenstraße jetzt offenbar eine Sackgasse, schildert eine Anwohnerin. Sie fragt sich, ob sie ohne konkretes Anliegen nicht mehr die Möglichkeit habe, über Goethe- und Huttenstraße Richtung Wilhelmshöher Allee zu fahren. Müssen Anwohner jetzt also immer unweit der Stadthalle über die Friedrich-Ebert-Straße aus der Diakonissenstraße fahren?

In Kassel werden alle Fahrradstraßen grundsätzlich mit dem Zusatz „Anlieger frei“ ausgewiesen. Das bedeutet also, dass nur Autos zugelassen sind, deren Fahrer mangels Alternative tatsächlich die Straße zwingend benutzen müssen, um ans Ziel zu kommen. Zum Anliegerverkehr zählen Bewohner, Geschäftsleute, Kunden, Besucher oder Lieferdienste. Wer die Straße nutzt, muss ein konkretes Ziel innerhalb der Fahrradstraße haben. Das reine Durchfahren ist nicht gestattet.

Der Anliegerbegriff bezieht sich grundsätzlich nur auf Aktivitäten in der entsprechend beschilderten Straße, im weiteren Sinne sind das auch Anlieger von unmittelbar einmündenden Straßen und Plätzen, die über gar keine andere Erschließung verfügen, heißt es. Einzig der Huttenplatz ist allerdings nur über die Goethestraße zu erreichen, sodass die Anwohner dort also denselben Status wie Anlieger haben.

Die Diakonissenstraße ist nach Angaben der Stadt über die Friedrich-Ebert-Straße erschlossen, die Huttenstraße über die Herkulesstraße und Wilhelmshöher Allee, die Geysostraße und die Meysenburgstraße sind über die Friedrich-Ebert-Straße und die Freiherr-vom-Stein-Straße zu erreichen. Das heißt: Anwohner der genannten Straßen gelten nicht als Anlieger der Goethestraße. Sie dürfen – wie alle anderen – die Fahrradstraße Goethestraße mit Fahrrädern befahren, nicht aber mit Autos, wenn sie eben kein konkretes Anliegen in der Straße haben.

Auch das Parken ist in solchen Straßen nur Anliegern gestattet, erklärt ein Stadtsprecher. Wer kein Anlieger sei, dürfe die Straße nicht befahren und damit natürlich auch nicht dort parken.

„Bei Fahrradstraßen geht es gerade darum, den Durchgangsverkehr soweit es geht rauszuhalten“, so der Sprecher. Anderer Verkehr als Radverkehr also insbesondere der Autoverkehr soll nur ausnahmsweise zugelassen werden. Das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Radverkehrskonzept sehe deshalb die Ausnahme „Anlieger frei“ vor.

Auch Besucher der Stadthalle sind keine Anlieger der Goethestraße, sie dürfen also nicht mehr dort parken. Die Anwohnerin der Diakonissenstraße sieht das kritisch. Im Bereich der Diakonissenstraße und auch in den umliegenden Straßen seien die Parkplätze ohnehin schon knapp. Das Kreuzen der Fahrradstraße Goethestraße ohne Anlieger-Status sei am Kirchweg und am Goethestern zulässig und möglich, so die Stadt. Demnach sei es von der Diakonissenstraße kommend nicht zulässig, mit dem Auto nach Süden in die Goethestraße zu fahren, wenn man kein Anlieger ist. Auf die Frage, wer die Einhaltung dieser Regeln kontrolliere, heißt es von der Stadt: Die Kontrolle der Einhaltung obliegt der Verkehrsüberwachung beim Ordnungsamt und der Polizei im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. (Kathrin Meyer)

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