Inhaber Tanzer Fakabasmaz starb im Alter von 53 Jahren

Freunde und Gäste trauern um Topkapi-Wirt

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Trauer um Tanzer Fakabasmaz: Am geschlossenen Restaurant Topkapi an der Friedrich-Ebert-Straße haben zahlreiche Freunde und Gäste Kerzen und Blumen abgelegt.

„Wegen Trauerfall geschlossen“ steht auf einem Zettel am Eingang des türkischen Restaurants „Topkapi“. Der Wirt ist in der Nacht zum 10. August an einem Herzanfall gestorben.

Zwei Monate zuvor hatte Tanzer Fakabasmaz seinen 53. Geburtstag gefeiert. „Ein Top-Gastronom ist von uns gegangen“, schreibt sein Kollege Thomas Ernst auf Facebook. Viele treue Stammgäste des Topkapi stimmen ihm zu.

Vor dem Restaurant an der Friedrich-Ebert-Straße haben Gäste und Freunde Kerzen aufgestellt und Blumen abgelegt. Tanzer Fakabasmaz war nicht nur ein guter Koch mediterraner Gerichte, sondern auch ein zugewandter, stets fröhlicher und beliebter Gastgeber.

Chef: Tanzer Fakabasmaz hatte sein neues Restaurant vor drei Jahren mit großem Engagement renoviert.

Seit Jahrzehnten war er mit seinem türkischen Restaurant „Topkapi“ in Kassel präsent: Gestartet war er vor 27 Jahren im Wesertor, an der Bremer Straße. Später zog er an die Wilhelmshöher Allee/Ecke Hupfeldstraße und wechselte dann eine Hausnummer weiter auf die andere Seite der Hupfeldstraße, wo er sich einen kleinen Biergarten anbieten konnte. Seinen großen Traum als Hausherr eines eigenen Restaurants, das er nach seinen Vorstellungen gestalten kann, erfüllte er sich vor drei Jahren, als er das Ladenlokal an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Querallee kaufte.

Mit großer Liebe, Engagement und in enger Absprache mit dem Denkmalamt legte er unter anderem die historische Fassade des 1891 erbauten Hauses wieder frei. Am Ende kam dabei ein Schmuckstück heraus, wo er - ebenfalls mit Biergarten - leidenschaftlich sein Restaurant betrieb.

Meister des Böreks: Tanzer Fakabasmaz beherrschte das Teig-Schleudern.

Tanzer Fakabasmaz kommt aus Istanbul, das Kochen hatte ihm seine Mutter beigebracht. Wie man den Börekteig kunstvoll walkt und in der Luft herumwirbelt, um ihn anschließend hauchdünn zum salzigen Strudel auszuziehen, schaute er bei seinem Lehrmeister Ahmed Güsel ab. Güsel, in den 1980er-Jahren Inhaber des legendären Restaurants „Efes“ an der Ysenburgstraße, war aufgrund dieser Kunstfertigkeit mehrfach ins Fernsehen sowie ins Guinness-Buch der Rekorde gekommen.

Tanzer Fakabasmaz hinterlässt eine erwachsene Tochter, sie sagte gegenüber der HNA: „Das Restaurant war Papas Lebenswerk, deshalb fällt es mir schwer, es aufzugeben.“ Doch so werde es jetzt kommen. Das Topkapi sei ohne Tanzer Fakabasmaz ohnehin nie mehr das Topkapi.

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