GWH verteidigt Bauprojekt

Zoff um Bau auf Motzberg: Anwohner gegen geplantes Hochhaus

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Sie haben Bedenken gegen das Hochhaus an der Westendstraße: Anwohner der Westend- und der Motzstraße vor der unbebauten Grünfläche, auf der ab Herbst 2016 ein elfgeschossiger Bau der GWH entstehen soll.

Kassel. Das von der GWH geplante Hochhaus an der Westendstraße - auf dem sogenannten Motzberg - soll ein Hingucker werden. Genau daran stören sich viele Anwohner der Westend- und der Motzstraße.

Der elfgeschossige Bau mit 21 Eigentumswohnungen fügt sich aus Sicht der Anwohner nicht in die umliegende Bebauung ein und sorge dafür, dass das Sonnenlicht in ihren Straßen früh verschwinde. Zudem bestehe die Gefahr, dass aus ökonomischen Gründen der ästhetisch ansprechende Entwurf doch nicht realisiert werde.

GWH-Geschäftsstellenleiter Christian Wedler hält die Sorgen weitestgehend für unbegründet.

Kritik an Schatten

„Der Bau wird für eine Verschattung von Westen her sorgen“, sagt Anwohnerin Susanne Berendes. Dass ein 36,5 Meter hohes Gebäude einen großen Schatten wirft, ist aus Sicht der GWH nicht zu leugnen. „Beim innerstädtischen Wohnen gibt es dieses Thema regelmäßig“, sagt Wedler. Dafür weise der Entwurf des Architektenbüros Roller aus Kassel eine Leichtigkeit auf.

Sorge vor anderem Entwurf

Anwohner Lutz Engelhardt befürchtet, dass am Ende nicht der Siegerentwurf gebaut werden könnte. „Der jetzige Entwurf hat eine Ästhetik. Aus ökonomischen Gründen wird es sicher Abstriche an der Architektur geben. Das ist Augenwischerei“, so Engelhardt.

Blick von der Westendstraße aus: Dieses Hochhaus will die GWH bauen lassen. Illustration: Roller Architekten

Wedler von der GWH entgegnet: „Es ist definitiv unser Ziel, den unter fünf Vorschlägen ausgewählten Entwurf umzusetzen. Das Architekturbüro habe bei der Erstellung wirtschaftliche Vorgaben gehabt. Wenn die Architekten nun in der Detailplanung nachweisen könnten, dass das Projekt zu den veranschlagten Baukosten von 3,9 Mio. Euro zu realisieren ist, werde es auch gebaut. Wichtig sei der GWH, ein architektonisches Statement zu setzen. „Wenn wir dort einen Neubau mit größtmöglichem Profit realisieren wollten, hätten wir einen anderen Entwurf ausgewählt.“

Kritik an der Größe

„Wir bedauern, dass die Grünfläche bebaut wird“, sagt Anwohner Ansgar Lammert. Eine Bebauung, die sich an den benachbarten Gebäuden (Königstorhalle und fünfgeschossiges Wohnhaus) orientiert, sei aber akzeptabel. Die Hochhäuser, an denen sich die GWH bei der Höhe des Neubaus anlehnt, stünden deutlich weiter hinten auf dem Motzberg. Anwohner Holger Oetzel würde es zudem lieber sehen, wenn die Wohnungsbaugesellschaft Miet- statt Eigentumswohnungen bauen würde.

Wedler von der GWH hält die Höhe wegen der zwei weiteren Hochhäuser in dem Quartier für gerechtfertigt. Der Bau solle bewusst „etwas Besonderes“ sein.

Sorge um Parkplätze

Die Anwohner befürchten, dass die Parkplatznot mit dem Neubau weiter zunehmen könnte.

Nach Auskunft von Wedler wird in der Tiefgarage des Gebäudes für jede Wohnung ein Stellplatz zur Verfügung stehen. Sicherlich hätten die Käufer zum Teil einen Zweitwagen, andere dafür aber gar kein Auto. „Ich gehe davon aus, dass die Parkplätze in der Garage reichen.“

Der Baustart ist für Herbst 2016 geplant. Die Anwohner sammeln Unterschriften gegen die Pläne. Das Bauprojekt wird in der gemeinsamen Sitzung der Ortsbeiräte Vorderer Westen und Mitte am 16. Juli, 18 Uhr, im Stadtteilzentrum Vorderer Westen beraten.

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