Probleme beim Auftritt des Medizin-Kabarettisten

Zuschauer froren für Eckart von Hirschhausen in der Stadthalle Kassel

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In der Stadthalle Kassel: Dr. Eckart von Hirschhausen trat mit seinem Programm "Wunderheiler" auf.

Kassel. 2000 Menschen wollten Dr. Eckart von Hirschhausen am Dienstag in der Stadthalle sehen. Für die Zuschauer auf den besten Plätzen wurde der Comedy-Abend jedoch zur Tortur.

Das Vertrauen in die Selbstheilungskraft des Körpers ist bei Dr. Eckart von Hirschhausen groß, das machte er bei seinem Bühnenprogramm „Wunderheiler“ in der Kasseler Stadthalle deutlich. Unter anderem sprach er davon, dass eine Erkältung mit und ohne Medikamente heile.

Einige Zuschauer werden das in den nächsten Tagen vermutlich an sich selbst überprüfen können. Grund dafür: Zuschauer, die in der ersten Reihe saßen, haben während der Veranstaltung so sehr gefroren, dass sie ihre guten und teuren Plätze (über 50 Euro pro Karte) verließen, um den zweiten Teil der Show des Medizin-Kabarettisten vom Hallenrand aus zu verfolgen. Ihre Beschwerde-Hinweise darauf, dass ihnen zu kalt sei und das Einpacken in dicke Schals halfen nichts – es zog wie Hechtsuppe. Ein Besucher versuchte sogar, auf die Bühne zu gelangen, wurde aber vom Sicherheitspersonal zurückgehalten.

„Es lag kein technischer Defekt vor“, sagt Oliver Höppner, der Bereichsleiter von Kassel Marketing für das Kongress Palais. Vielmehr sei dem Künstler zu warm gewesen. Nach HNA-Informationen soll Hirschhausen vor dem Auftritt im Backstagebereich Tischtennis gespielt haben.

Schließlich habe man auf sein Bitten hin alle Türen des Saals, in dem 2000 Menschen saßen, geöffnet. Und das, obwohl man der Produktionsfirma davon abgeraten habe, so Höppner. Allein das Öffnen der Türen habe für Zugluft gesorgt.

Hinzugekommen sei, dass die Lüftungsanlage durch die plötzliche Schwankung durcheinander geriet. Die Temperaturschwankungen und die Veränderung der Luftqualität hätten deren Fühler registriert und reagiert. „Die Anlage begann zu heizen, warme Luft wurde unter anderem über die Deckenkonstruktion in den Saal geblasen, kalte Luft – auch im Fußbereich der ersten Sitzreihen – abgezogen“, erklärt Höppner. Das habe für weitere Zugluft gesorgt.

„Man muss sich die Anlage wie einen riesigen Ozeandampfer vorstellen. Wenn der erstmal vom Kurs abkommt, kann man ihn nicht mehr so schnell korrigieren“, so Höppner. Die negativen Auswirkungen hätten die Zuschauer zu spüren bekommen. Ihren Ärger verstehe er gut.

Das sagt Dr. Eckart von Hirschhausen

„Bei 2000 Zuschauern ist es unmöglich, es allen recht zu machen", sagte Dr. Eckart von Hirschhausen auf Nachfrage der HNA: "In der ersten Hälfte war es so stickig und heiß, dass es nach meiner Erfahrung eine Gefahr für kreislauflabile Menschen darstellte. Sobald ein Mensch umkippt, kippt die Stimmung für alle. Deshalb bat ich die Hallen-Crew, mehr frische Luft einzulassen. Die Klimaanlage ist offenbar recht schwerfällig, als ich merkte, dass es den ersten Reihen zu frisch wurde, dauerte es trotz sofortiger Reaktion meiner Crew noch zehn Minuten, bis die Gegensteuerung zu wirken begann. Ich hoffe, auf die zehn Menschen, die unnötig fröstelten, kommen 1990 Zuschauer, die sich am Programm unbeschwert erfreuten."

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