Vorderer Westen: Zwei Überfälle in einer Nacht

Kassel. Zwei junge Frauen, 26 und 27 Jahre alt, sind in der Nacht zum Mittwoch Opfer von bewaffneten Raubüberfällen im Vorderen Westen geworden. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass es sich in beiden Fällen um dieselben Täter handelt.

Als das erste Opfer, eine 27-jährige Frau, vom Bebelplatz kam, wo sie ihr Fahrrad abgestellt hatte, fielen ihr schon die drei jungen Männer auf der Dörnbergstraße auf. „Ich hatte gleich das Gefühl, da stimmt, was nicht“, sagte die Frau.

Aktualisiert um 21.17 Uhr

Dass sie ihr Gefühl nicht getrogen hat, erfuhr die 27-Jährige nur kurze Zeit später. Sie wurde gegen Mitternacht von den jungen Männern mit zwei Schusswaffen bedroht. Die Räuber verlangten von der Frau Geld und das Handy. Obwohl die Täter sofort die Waffen gezogen und diese auch geladen hätten, einer zielte demonstrativ auf ihren Bauch, habe sie sich zuerst „relativ stark gefühlt“, erzählte die 27-Jährige gestern. „Das waren zwar junge Typen, die wussten, was sie wollen, aber sie wirkten gleichzeitig unsicher.“

Einen Moment habe es allerdings dann doch gegeben, in dem sie richtig Angst bekommen habe. Zuerst hatte sie nämlich nur einen Fünfer aus ihrem Portemonnaie gezogen. Als einer der Räuber mit Nachdruck mehr Geld verlangte und nach ihrer Geldbörse griff, wurde der 27-Jährigen mulmig. Der Täter nahm sich 85 Euro und zwei EC-Karten. Dann flüchteten alle drei in Richtung Bebelplatz.

Noch während der sofort ausgelösten Fahndung nach dem bewaffneten Räuber-Trio meldete sich eine weitere junge Frau über Notruf bei der Polizei und schilderte, dass sie wenige Minuten nach Mitternacht ebenfalls an der Dörnbergstraße Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls nach ähnlichem Muster geworden war. Wie die 26-Jährige den Polizeibeamten schilderte, waren an dieser Tat zwei vermutlich noch sehr junge Täter aktiv beteiligt, die jeweils eine Pistole in der Hand hielten und sie damit bedrohten. Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch blieben die intensiven Fahndungsmaßnahmen ohne Erfolg. Noch in der Nacht sei ganz in der Nähe ein Minicar aufgefallen, in dem drei junge Männer mitfuhren. Sie konnten als Täter nach einer Überprüfung aber gänzlich ausgeschlossen werden.

Zwei der mutmaßlich drei Täter können recht gut beschrieben werden. Beide sollen zwischen 19 und 25 Jahre alt und mit etwa 1,72 Meter relativ klein sein. Einer der beiden hatte sehr kurze, helle Haare und sprach akzentfreies Deutsch. Der im ersten Fall mit der Waffe hantierende Täter soll mit einem ausländischen Akzent gesprochen und das „R“ gerollt haben. Er wirkte sportlich, trug eine kurze, schwarze Jacke und war maskiert mit einer schwarzen Motorradfahrerhaube mit Sehschlitzen. Insgesamt wirkten die Täter nach Angaben einer der überfallenen Frauen eher unsicher. (use)

Hinweise zu diesen Fällen bitte an das Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel, Tel.: 0561 – 9100.

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