Veraltete Heizung ist zu teuer

Elwe: Vorerst keine Veranstaltungen mehr im Ex-Gefängnis

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Keine Veranstaltungen mehr in der Elwe: Das frühere Untersuchungsgefängnis in der Unterneustadt hat eine veraltete Heizung, die eine temporäre Nutzung nicht möglich macht. Deshalb wurde die Heizung kürzlich komplett stillgelegt.

Kassel. Vorerst wird es keine Party-Nächte, Lesungen, Tattoo-Messen oder Basketball-Turniere mehr hinter Gittern geben. Das frühere Untersuchungsgefängnis Elwe in der Unterneustadt ist als Veranstaltungsort stillgelegt worden.

Grund seien die veraltete Heizung und die damit verbundenen hohen Kosten für die Fernwärme. Das erklärte der Unternehmer Gotthard Fels, der zusammen mit seinem Geschäftspartner, dem Kasseler Rechtsanwalt Christopher Posch, das historische Gebäude in der Unterneustadt vom Land Hessen für 570.000 Euro erworben hat.

Das war im Oktober 2012. Zuvor hatten die beiden die Elwe gepachtet und zur documenta dort ein Hotel betrieben. Mittlerweile habe man gemerkt, dass das Geld, das durch die Veranstaltungen reinkomme, bei Weitem nicht ausreiche, um die Energiekosten zu decken, sagt Fels. „Die Technik der Heizung ist für eine temporäre Nutzung nicht geeignet.“

Die Elwe im Regiowiki

Das frühere Gefängnis werde mit Fernwärme beheizt, sagt Fels. Und in dieser veralteten Heizungsanlage fehle eine technische Vorrichtung, um die Anlage innen abzustellen. Obwohl im Sommer über vier Monate alle Heizkörper in der Elwe abgestellt waren, sei die Anlage gelaufen und habe Fernwärme verbraucht. Daraufhin hätten die Städtischen Werke ihm eine Rechnung in Höhe von 13.000 Euro geschickt. Einem Mieter, der die Räumlichkeiten vier Wochen nutze, müsse man bei diesem System 7000 bis 8000 Euro an Heizkosten in Rechnung stellen, sagt Fels. „Das kann man niemandem erklären.“

Deshalb habe man sich kürzlich entschlossen, die Heizung komplett stillzulegen. Damit die Rohre in dem Gebäude nicht einfrieren, sei überall das Wasser abgelassen worden. Derzeit würden die früheren Zellen nur noch als Lagerfläche vermietet.

Die Elwe als Veranstaltungsort sei ohnehin immer nur eine vorübergehende Lösung gewesen, sagt Fels. Erhaltenswert in seiner jetzigen Form sei ohnehin nur der Kopf des Gebäudes an der Leipziger Straße. Der Umbau der Seitenflügel des U-förmigen Baus sei schwieriger als erwartet. Die Zellenwände ließen sich aus baulichen Gründen nicht ohne Weiteres herausnehmen. „Mit den beiden Flügeln können wir derzeit nichts anfangen.“

Derzeit habe man zwei Ansätze für eine künftige Nutzung, sagt Fels. Über die von ihm favorisierte Variante dürfe er noch nicht reden. Das habe er dem Geschäftspartner versprochen. Sollte das nicht klappen, schwebt Fels vor, einen erdgeschossigen Lebensmittelmarkt in den Innenhof zwischen die beiden Flügel zu bauen. In der Unterneustadt fehle noch ein Vollversorger.

Archiv-Video zum Thema Elwe

Die Mieteinnahmen, die man von einem Vollversorger bekommen würde, seien so hoch, dass man dann auch den kostspieligen Umbau der beiden Flügel zu acht Wohnungen finanzieren könne. „Wir sind motiviert, in den Standort zu investieren“, sagt Fels. Es müsse sich aber auch um ein Projekt handeln, das wirtschaftlich sei.

Das sagt die Stadt

Die Stadt bestätigt, dass bezüglich der Neunutzung der „Elwe“ erste Gespräche zwischen dem Planungsamt und Gotthard Fels stattgefunden haben. Dabei habe die Stadt deutlich gemacht, dass es ihr Wunsch ist, den Wert des denkmalgeschützten Gebäudes für die Unterneustadt auch bei einer Neunutzung zu bewahren, sagt Sascha Stiebing, Sprecher der Stadt.

Derzeit erwägt der Investor unterschiedliche Varianten, die von der Stadt noch zu bewerten sind. Um den Entwicklungsprozess nicht zu stören oder gar zu gefährden, bitte man um Verständnis, dass zu diesem Zeitpunkt keine nähere Angaben gemacht werden können.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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