Tram-Verkehr in Kassel erst 2013 besser

Vorerst weiter Gedränge am Holländischen Platz

Gedränge an der Haltestelle: Am Holländischen Platz steigen täglich mehr als 12 000 Studierende und Mitarbeiter der Kasseler Uni aus Bussen und Trams aus und später wieder ein. Archivfoto: Herzog

Kassel. Proppenvolle Straßenbahnen wird es rund um den Holländischen Platz vorerst weiter geben. Denn es wird noch dauern, bis die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) mehr Kapazität auf der Erfolgslinie 1 schaffen kann.

Eine rasche Hilfe für das Mobilitätsproblem am Uni-Campus ist nicht in Sicht.

Eine Ausweitung der zusätzlichen Fahrten der Verstärkerlinie 1 E auf den ganzen Tag, wie von der Universität gefordert, wäre zu teuer, sagt KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert: „Das würde uns 250.000 bis 300.000 Euro kosten.“ Im Oktober will das Unternehmen Beiwagen testen, die in Rostock geliehen werden.

Wenn die Trams mit Anhänger, der Platz für etwa 80 zusätzliche Fahrgäste bietet, die Steigungen auf der Wilhelmshöher Allee und in Vellmar ohne Zeitverluste schaffen, könnte mit Beiwagen für Verbesserungen auf der Linie 1 gesorgt werden. Aber auch das dürfte einige Monate dauern. Wirkliche Verbesserungen wären ab Herbst 2013 in Sicht. Dann will die KVG jeweils zwei aneinandergekoppelte Trams auf der Linie 1 fahren lassen (wir berichteten). In eine Doppeltram passen 300 Fahrgäste. Dann müsste niemand mehr an der Haltestelle stehen bleiben, weil die Bahn schon rappelvoll ist.

Möglichst rasch soll für mehr Sicherheit an der Haltestelleninsel Holländischer Platz gesorgt werden. An der Haltestelle herrscht oft großes Gedränge, was durch die Insellage im fließenden Autoverkehr nicht ungefährlich ist. Die Überlegungen gehen dahin, mehr Platz für die Fahrgäste an der Haltestelle zu schaffen.

Nach HNA-Informationen wird darüber nachgedacht, eine Autofahrspur der Unteren Königsstraße für die Erweiterung der Haltestelle zu opfern.

Auch eine Verlegung der Haltestelle etwa 200 Meter weiter stadtauswärts an den Bereich Henschelstraße wäre laut KVG machbar. Dort könnte statt der Insel eine sichere Kaphaltestelle entstehen, die Fahrgäste wären beim Aussteigen direkt auf dem Campus. Allerdings würden die Kosten dafür schätzungsweise im einstelligen Millionenbereich liegen, sagt KVG-Chef Ebert. Und es bestehe das Risiko, dass es keine Zuschüsse gebe.

Von Jörg Steinbach

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